DSOL Woche 3: zwei Siege und der Fluch des ersten Bretts

Mit einem glatten 4 – 0 über Erbendorf unterstreicht die zweite Mannschaft Ihre Playoff – Ambitionen. Auch die Dritte liegt nach einem weiteren Sieg gut im Rennen, während Fulda I die erste Niederlage quittieren musste.

von Martin Küpper

SC ML Kastellaun I vs. SC Fulda I: 3-1  

„Bitte nicht schon wieder ein Unentschieden“ war der Auftrag an den stellvertretenden Mannschaftsführer Martin Weise. Dass er das so wörtlich nahm, damit hatte keiner gerechnet. Doch der Reihe nach: als erster beendete Martin Kersting seine Partie, der sich an Brett 3 mit Schwarz in seiner königsindischen Verteidigung nicht wohl fühlte. In einem Moment, wo er sich zwischen verschiedenen Plänen entscheiden musste, kam das Remisangebot des Gegners taktisch genau im richtigen Moment. 

Einige Zeit später war es Marius Fritz, der an Brett 2 ebenfalls mit Schwarz in eine Zugwiederholung einwilligen musste. In einer Tarrasch – Verteidigung hatte er einen Bauern für aktives Spiel gegeben. In der nachträglichen Analyse gab es zwar den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag, aber am Brett gelang es nicht, mehr als ein dynamisches Gleichgewicht zu erreichen. Trotzdem: eine gut geführte Partie mit komplexen Stellungen gegen einen starken Gegner (DWZ 2112) – da ist Remis ein gutes Ergebnis.

Am vierten Brett gab Konstantin Wolgin seinen Einstand und musste gleich gegen die mehrfache Afrika Juniorenmeisterin und WIM Anika du Plessis ran. Was sie nach Kastellaun verschlagen hat, wissen wir nicht. Ich finde es aber großartig, wie Schach uns trotz Pandemie über Kontinente hinweg zusammenbringen kann. Konstantin spielte mit Weiß die Eröffnung stark und kenntnisreich, übersah aber dann einen taktischen Trick. Seine Gegnerin gewann einen Bauern und zusätzlich blieb er mit schlecht koordinierten Figuren zurück. Doch die Stellung blieb taktisch kompliziert und als Schwarz mit 21.-f5 ihre Königsstellung schwächte, um das Läuferpaar zur Geltung zu bringen, war Konstantin wieder im Rennen. Spätestens nach dem gierigen 23.- Lxe4 zeigt der Computer sogar großen Vorteil für Weiß an. Am Brett mit schwindender Bedenkzeit ist das aber natürlich nicht so einfach und am Ende war es dann auch die Zeitnot, die es unmöglich machte, alle taktischen Möglichkeiten zu berechnen. Eine spannende Partie, leider mit einem unglücklichen Ende.

Währenddessen hatte sich Martin Weise am ersten Brett aufgrund seines Raumvorteils einen soliden Vorteil erspielt. Die erste Chance diesen auszubauen ergab sich, als sein Gegner den Sd5 nach b6 zurückzog. Wenn der Computer es anzeigt, ist es nicht überraschend, dass es einen taktischen Schlag gab, als Schwarz die einzige Figur zurückzog die gut auf einem guten Feld steht. Am Brett die Abwicklung 23. Txd8 Txd8 24. Lxb7 Dxb7 25. Sc6 zu sehen, wonach man den Sf6 gewinnt und einen soliden Mehrbauern hat, ist sicher nicht selbstverständlich. Martin blieb im positionellen Modus und behielt auch so einen leichten Vorteil, bis sein Gegner ihn mit 27.-Sc3 zu taktischen Verwicklungen zwang. 28. Txc3 war dann auch die richtige Antwort und nach 28. Txc3 (besser war Dxe5) 29. Sc6! Hat sich der schwarze Turm plötzlich verirrt und der Springer auf f6 hängt. Leider ist es aber nach 29. -Tc5 (bxc6 oder Tb3 halten den weißen Vorteil in Grenzen) nicht der Springer, um den es geht, sondern Weiß kann mit 30. b6! wie aus dem Nichts die Dame gewinnen. Leider entging dieser Schlag Martins Aufmerksamkeit und nach zwei weiteren Zügen stellte er sogar den Läufer ein. Dieses Jahr scheint das erste Brett verflucht zu sein, war das doch schon die dritte Gewinnstellung, die nach gutem Spiel unglücklich verloren ging.

SC Fulda II vs. SC Erbendorf I:  4-0

Am ersten Brett wurde Uwe Hasselbacher mit der Jobava Variante des Londoner Systems konfrontiert. Sein Gegner wählte aber nicht den kritischen Aufbau mit f3 und g4 gegen Uwes Aufbau mit Lf5. Dadurch konnte Schwarz nicht nur schnell ausgleichen, sondern auch noch Druck gegen die gegnerischen Bauernschwächen aufbauen. Aufgrund des reduzierten Materials dauerte es zwar bis zum 44. Zug, doch eigentlich stand das Ergebnis nie in Frage. Zweiter Sieg im zweiten Einsatz für Uwe.

Andreas Hartmann spielte erneut am zweiten Brett. In einem abgelehnten Damengambit / Damenindisch Hybrid stellte Schwarz forsch den Springer nach e4. Doch nach einem Tritt mit dem f – Bauern stellte sich die schwarze Phalanx auf d5, e6 und f5 als anfällig heraus und spätestens nach 15. – dxc4 hatte Weiß klaren Vorteil. Wenige Züge später hatte Andreas die Bauern auf e6 und f5 gewonnen. Als schließlich die weißen Bauern auf d5 und e6 standen hatte sein Gegner genug. 1-0 in 34 Zügen.

Eine sehr ungewöhnliche Version des Königsgambits gab es bei Paul Kopco am dritten Brett. Erst im 15. Zug verschwand der erste Bauer vom Brett. Leider war es ein weißer Bauer und Paul bekam auch wenig Kompensation dafür. Immerhin blieb die Stellung kompliziert und Paul gelang es immer neue Probleme zu stellen. Im 32. Zug verlor sein Gegner dadurch kurz die Konzentration und musste eine Qualität geben, um wenigstens seinen Läufer zu retten. Das entstandene Endspiel war trotzdem glatt gewonnen und Paul ließ auch nichts mehr anbrennen. Ein etwas glücklicher Sieg, aber aufgrund der Hartnäckigkeit nicht unverdient.

Noch glücklicher war Soroush Wadiei am vierten Brett. Von der extrem ruhigen Eröffnungsbehandlung seines Gegners eingelullt übersah er eine Mattdrohung, bei der gleichzeitig sein Läufer angegriffen wurde. Und obwohl sich die Kiebitze mit Ideen überboten, wie er die leicht geschwächte Königsstellung seines Gegners ausnützen könnte, war es doch eine glatte Minusfigur. Erst als Weiß den Vorteil zu sehr verwaltete und alle Figuren auf dem Damenflügel parkte bekam Soroush wieder echte Gegenchancen. Dann ging es jedoch ganz schnell: sehr elegant, wie er die größere Mobilität seiner Figuren nutze, um sie zum Königsflügel zu überführen und entscheidende Drohungen aufzustellen. Matt im 31. Zug!

SC Fulda III vs. USG Chemnitz IV: 3 – 1

Nach den beiden Seeschlangen in den vorhergehenden Runden, schien Felix Faßler diesmal auf eine kurze Sitzung aus zu sein. Nach sieben Zügen hatte er bereits einen gesunden Mehrbauern, nach 9 Zügen auch noch die klar bessere Struktur. Der einzige Trumpf von Weiß war die halboffene c- Linie, die in Verbindung mit den weißen Feldern Chancen auf dem Damenflügel eröffnete. Aber natürlich nur, wenn Schwarz lang rochiert. Ein Gefallen, den Felix ihm aber auch gerne tat. Weiß spuckte noch fröhlich einen Bauern und eine Qualität und plötzlich musste sich der schwarze König ganz allein verteidigen. Mit 22.- Ka7 wäre das auch gelungen, 22.- g5 war aber definitiv zu viel des Guten. Matt geht immer noch vor Material und ein einsamer König steht gegen Dame, Turm und Springer auf verlorenem Posten, egal wieviel Bauern Schwarz mehr hat. All das kann sich aber schnell als graue Theorie herausstellen, wenn der Verteidiger kreativ ist und den Weg zum Sieg so schmal wie möglich macht. Und genau das tat Felix und als sein Gegner im 28. Zug kurz zögerte, war er wieder voll im Rennen. Nur zwei Züge später war er es sogar, der Matt setzte. Bumm! Am Ende ein verdienter Sieg, aber beim nächsten Mal bitte wieder den langsamen Weg zum Ziel nehmen. Und sei es nur, um die Nerven der Zuschauer zu schonen.

Am zweiten Brett gab Erasto Greif seinen Einstand mit einer sauberen positionellen Leistung. In einer etwas ungewöhnlichen katalanischen Struktur mit g6 und Se7 überließ Schwarz ihm das Zentrum, ohne dafür dynamische Gegenchancen zu erhalten. Mit diesen Freiheiten schnürte Erasto ihn sauber ein und als Schwarz mit 17.- b5 den Ausbruch wagte, war das eigentlich schon der Verlustzug. Mit ein paar präzisen Zügen sicherte Erasto sich entscheidenden Materialvorteil, den er sicher zum Sieg führte. Stark gespielt!

Auch Finn Meyer am dritten Brett konnte die weißen Steine dazu nutzen, Raumvorteil und das aktivere Figurenspiel zu erhalten. Schwarz versuchte mit taktischen Tricks dagegen zu halten, verrechnete sich aber, als er im 16. Zug einen Bauern auf c5 fraß. Sehr aufmerksam, wie Finn die Fesselung brach, auf der das schwarze Manöver beruhte und sich auch nicht von etwaigen Läuferabzügen irritieren ließ. Nach kleinen taktischen Scharmützeln verblieb er mit einer Mehrfigur und Initiative, die er mit einem Matt im 30. Zug krönte. Eine schöne Leistung, in der die größere taktische Aufmerksamkeit belohnt wurde.

Das gleiche hätte man von Lionel Lopez Busic am vierten Brett sagen können, wenn er 12.- Sd4 gefunden hätte. In einem Vierspringerspiel hätte er damit nämlich Material gewinnen können, statt den Springer auf c6 einzustellen. So blieb ihm aber nichts als die direkte Aufgabe. Kopf hoch, so trivial wie es in der Computeranalyse aussieht war das wirklich nicht.

DSOL: Pech und Können in der zweiten Runde

Zwei ungefährdete Siege für Fulda II und Fulda III sowie ein unglückliches Unentschieden waren die Ausbeute der zweiten Runde in der DSOL. Besonders bemerkenswert die faire Geste des Mannschaftsführers von Welzheim, der Andreas Hartmann nach technischen Problemen ermöglichte, die Partie zu Ende zu spielen.

von Martin Küpper

SC Fulda I vs. SV Erkenschwick I: 2-2

Am ersten Brett bekam Dr. Matthias Kierzek mit Shreyas Royal ein englisches Schachwunderkind vorgesetzt, dessen spannende Geschichte Ihr hier nachlesen könnt. Matthias war davon aber nicht beeindruckt und glich mit Schwarz bald aus (11. c5 ist zwar ein netter Trick, nach 11.- Lc7 ist der Bauer aber eine Schwäche). Danach ging es für Weiß eigentlich nur noch bergab und spätestens nach dem 20. Zug stand Matthias klar besser. In den nächsten 10 Zügen verdichtete er seinen Vorteil zu einer klaren Gewinnstellung, doch im 32. Zug schlug dann wieder der Maus – Slip – Teufel zu. Statt mit 32.- Df2+ alle Drohungen zu parieren und einfach zu gewinnen, blieb die Dame auf d2 hängen, was ein einzügiges Matt erlaubte. Sein junger Gegner ließ sich nicht zweimal bitten und so nahm eine hervorragend gespielte Partie für uns ein tragisches Ende.

Auch Martin Weise an Brett 2 ist kürzlich zu internationaler Bekanntheit gekommen, allerdings als Opfer eines Schwindels aus der letzten DSOL – Saison, der im New In Chess Magazin ausführlich besprochen wurde. Diesmal erarbeitete er sich schnell einen positionellen Vorteil, der seinen Gegner zunächst davon abhielt, die Entwicklung zu vervollständigen und stattdessen einen Damenausflug zu unternehmen. Dieser stellte sich bald als Reise ohne Wiederkehr heraus – ein schöner Sieg in nur 23 Zügen.

Am dritten Brett erhielt Marius Fritz ebenfalls mit Weiß schnell Vorteil in der Eröffnung, weil sein Gegner sich zu passiv aufbaute. Doch spätestens mit 18. Se2 kam er vom rechten Weg ab. In der nachträglichen Analyse kamen wir zu dem Schluss, dass die Idee auf den weißen Feldern zu spielen richtig war, dass dafür aber der Läufer g2 die deutlich bessere Wahl gewesen wäre. So begann sich die Stellung langsam zu drehen und in der Schlussstellung war es eher Schwarz der besser steht. Kein Wunder, dass Marius das Remisangebot seines Gegners Marius gern annahm.

Am vierten Brett hatte Martin Küpper Schwarz, kam aber ebenfalls mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung. Doch der Versuch seinen Entwicklungsvorsprung für den Königsangriff zu nutzen ging nach hinten los und zwischenzeitlich stand Weiß klar besser. Glücklicherweise wählte er aber den falschen Weg, um seinen Vorteil auszubauen, ließ zu viel Gegenspiel zu und musste sich schließlich mit Dauerschach zufriedengeben. Eine weitere Partie in der mehr drin gewesen wäre, bei der wir uns aber am Ende noch glücklich schätzen durften. Insgesamt also ein Spiegelbild des gesamten Kampfes.

TSF Welzheim vs. SC Fulda II: 3-1

Am ersten Brett spielte diesmal Uwe Hasselbacher. In einer englischen Eröffnung lief bis zum 11. Zug alles normal. Weiß expandierte am Damenflügel, Schwarz konzentrierte seine Figuren auf dem Königsflügel. Doch beim Versuch zu rochieren unterlief Uwes Gegner dann jedoch ein Maus – Slip und der König blieb auf f8 hängen. Mit kräftigem Spiel gelang es Uwe den resultierenden Zeitverlust auszunutzen und als es Schwarz endlich gelungen war seinen Turm ins Spiel zu bringen, hatte Uwe bereits entscheidenden Vorteil, den er sicher zum Sieg führte.

Andreas Hartmann an Brett 2 erreichte mit der Rubinstein Variante der französischen Verteidigung zunächst ein Endspiel, in dem er aufgrund seiner Bauerninseln die etwas schlechtere Struktur hatte. Als Weiß jedoch die h-Bauern tauschte übernahm er die Initiative. Dann traten allerdings technische Probleme auf, die auf dem Server zur Zeitüberschreitung führten. Der gegnerische Mannschaftsführer zeigte sich aber fair und startete die Partie in der Endstellung erneut als die Probleme behoben waren. Dadurch stimmt das Ergebnis in der Datenbank nicht und es fehlen ein paar Züge, denn letztlich endete die Partie nach langem Kampf in einem verdienten Unentschieden. Nochmal großen Dank an die Welzheimer, das war wirklich eine faire Geste!

Am dritten Brett gab Paul Kopco seinen Einstand mit einer wilden Partie. Sein Gegner eröffnete mit der seltenen Alapin Eröffnung (1.e4 e5 2.Se2) und erhielt bald Raumvorteil. Doch Paul behielt die Nerven und als Weiß im 15.Zug ein spekulatives Springeropfer spielte, griff er beherzt zu und wehrte alle Drohungen ab. Wenige Züge später hatte er den Spieß umgedreht und führte die Partie sicher zum Sieg. Auch wenn er da schon deutlichen Materialvorteil hatte: seine Mattführung am Ende ist sehenswert.

Am vierten Brett war wieder Milos Maksimovic im Einsatz. In einem Läuferspiel erlangte er zunächst leichten Vorteil, verpasste dann aber die Gelegenheit, Schwarz eine Schwäche auf f6 zu verpassen. Danach gelang es einem Gegner gefährlichen Druck am Königsflügel aufzubauen, den Milos aber neutralisieren konnte. Schwarz konnte zwar schließlich in einem Endspiel Dame + Springer in die weiße Stellung eindringen, doch mit einer Mattdrohung zwang Milos ihn schließlich Dauerschach zu geben. Insgesamt ein gerechtes Unentschieden.

SW Eichstättern II – SC Fulda III: 0,5 – 3,5

Soroush Wadiei zeigte sich am ersten Brett seinem Gegner in allen Belangen überlegen. Bereits bei seinem Einsatz für die zweite Mannschaft hatte er ja gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Fünf Ligen tiefer war es auch am ersten Brett ein Spiel auf ein Tor, bei dem der Ausgang niemals ernsthaft in Frage stand.

Am zweiten Brett spielte erneut Felix Fassler. Auch diesmal gab es wieder eine schwerblütige Partie, in der er mit dem Springerpaar dem Läuferpaar seines Gegners auf der Nase herumtanzte. Dieser hielt die Stellung geschlossen, was Felix natürlich entgegenkam. Denn so konnte er sich in aller Ruhe den Schwächen am Damenflügel widmen. Am Ende gab es dann sogar noch eine Königsjagd, bei der Felix schließlich im 55. Zug den weißen König erlegte.

Am dritten Brett musste sich Arthur Deperschmidt bei seinem Debut gegen das Königsgambit verteidigen, zeigte sich aber absolut auf der Höhe und verteidigte sich mit der von Bobby Fischer als Widerlegung geadelten Variante mit 3. – d6 und 4.-g5, nahm den angebotenen Springer und zeigte sich deutlich theoriesicherer als sein Gegner. Nach ein paar Verwicklungen hatte er ausgangs der Eröffnung schließlich einen Springer und die Initiative für zwei Bauern. Ein Vorteil, den er sicher verwertete.

Der einzige Unfall passierte am vierten Brett, wo Lionel Lopez Busic ein wenig unvorsichtig mit seiner Königsstellung umging und einen Springer einbüßte. Dafür hatte sich aber der schwarze Turm verlaufen, der nach dem Damentausch nie wieder ins Spiel zurückfand. In der Schlussstellung ist es sogar Weiß der trotz Minusfigur auf Gewinn steht. Denn die schwarzen Figuren können sich nicht rühren und die weißen Türme können ungehindert dem König zu Leibe rücken. Trotzdem verständlich, dass Lionel die angebotene Zugwiederholung nahm, insbesondere da dies in dem Moment den Mannschaftssieg sicherstellte.

DSOL: Gelungener Start in die neue Saison

Mit einem Sieg und zwei Unentschieden startete Fulda in die zweite Saison der Deutschen Schach Online Liga. Highlight war dabei der Sieg der zweiten Mannschaft, die sich am Freitagabend klar mit 3-0 gegen ihre Gegner aus Steglitz durchsetzte. Gleichzeitig erkämpfte Fulda III in einem spannenden Kampf ein leistungsgerechtes 2-2 gegen die dritte Mannschaft der SF Spraitbach. Bereits am Montag hatte die erste Mannschaft gegen den Staffelfavoriten Horst – Emscher ebenfalls ein verdientes Unentschieden erspielt. Das die Idee aufgeht, mit Mannschaftskämpfen das Vereinsleben auch in der Pandemie zu stärken, zeigen die lebhaften Diskussionen vor und nach den Partien in unserer Taverne Fulda auf Discord. Wer dort noch nicht war, kann sich über Erasto oder Felix den Zugang geben lassen. Alle Ergebnisse und Partien findet ihr auf den Seiten der DSOL.

SV Horst–Emscher I vs. SC Fulda I: 2-2

Bereits am allerersten Spielabend der neuen Saison musste unsere erste Mannschaft antreten. Aber zum Glück blieben die befürchteten technischen Probleme aus, so dass sich alle voll auf ihre Partie konzentrieren konnten.

An Brett 1 hatte Dr. Matthias Kierzek Weiß und mit Steven Baerwolf (DWZ 2300) gleich ein echtes Schwergewicht erwischt. Trotz eines Fingerfehlers in der Eröffnung erreichte er in der Eröffnung jedoch eine gute Stellung: wie Matthias in der Analyse zeigte, ist zwar 10. Td1 statt 10. e4 der Theoriezug, doch Schwarz reagierte nicht optimal und verknotete seine Figuren am Damenflügel, so dass Matthias im 20sten Zug schließlich klar besser stand. Leider wollte er die Ernte zu schnell einfahren und nahm die Qualität, was den Gegner wieder ins Spiel ließ und kurz darauf einen tödlichen Spieß des weißfeldrigen Läufers ermöglichte.

Martin Weise spielte mit Schwarz am zweiten Brett eine zähe Partie, in der sein Gegner wenig versuchte, aber auch wenig zuließ. So war die Zugwiederholung am Ende das folgerichtige Ergebnis.

Am dritten Brett hatte Marius Fritz ebenfalls die schwarzen Figuren und erreichte schnell eine aussichtsreiche Stellung, nachdem sein Gegner die Eröffnung passiv und ein wenig unentschlossen behandelt hatte. Doch bei seinem Versuch, im Zentrum weiteren Raum zu gewinnen ließ Marius zu viel Gegenspiel zu. In den entstehenden Komplikationen hatte Weiß dann einen Trick, der Marius dazu zwang, in ein Endspiel mit drei Bauern und Läufer gegen zwei Läufer abzuwickeln. Doch obwohl es Weiß schnell gelang, die beiden Freibauern am Damenflügel abzuholen, schaffte es Marius am Königsflügel eine Festung aufzubauen. Weiß probierte zwar noch lange diese zu knacken und zwang Marius bis zum 98. Zug aufmerksam zu bleiben, dann aber griff endlich die 50 – Züge – Regel und das verdiente Remis war gesichert.

Am vierten Brett gab Martin Kersting seinen Einstand bei der DSOL mit einem überzeugenden Sieg. In der Eröffnung eroberte er das Läuferpaar und nutzte dann seine Herrschaft über die schwarzen Felder, um immer mehr Druck aufzubauen. Praktisch ohne Gegenspiel musste sein Gegner zusehen, wie Martin seine Stellung immer weiter verbesserte. Schließlich konnte Schwarz nicht mehr standhalten und verlor einen Bauern am Damenflügel, wonach der weiße a – Bauer das Brett hinaufmarschierte. Am Ende gab Schwarz auf, bevor der Bauer einen Turm gekostet hätte. Eine starke positionelle Partie, die nachzuspielen sich lohnt.

SC Fulda II  vs. SV Königsjäger SW II: 3,5–0,5

Am ersten Brett schien Kontantin Wolgin mit Schwarz seinen Gegner gleich im ersten Zug aus dem Konzept gebracht zu haben: zumindest deutet 2.c3, 3. Lg5, 4. Le3 nebst 8. Lf4 darauf hin, dass die holländische Verteidigung nicht zu den Lieblingsantworten seines Gegners gehört. So erreichte Konstantin schnell einen sehr gesunden Stonewall – Aufbau und als sein Gegner sich mit der Dame am Königsflügel auf Bauernraub begab, wurde diese kurzerhand gefangen. Danach gab es zwar noch ein paar technische Probleme zu lösen, aber der schwarze Sieg stand nie ernsthaft in Frage. Eine starke Leistung, die den Ton für den gesamten Kampf vorgab.

Am zweiten Brett spielte mit Soroush Wadiei ein weiteres Talent aus unserer Jugendabteilung. Nach etwas wackliger Eröffnungsbehandlung erreichte er eingangs des Mittelspiels eine gute Stellung, die er immer weiter ausbauen konnte. Schließlich dominierte er seinen Gegner fast auf dem ganzen Brett. Als seine Angriffsversuche nicht durchschlugen entschied er sich, die Schwerfiguren zu tauschen und damit Schwarz seinen letzten Trumpf zu nehmen, die Herrschaft über die c – Linie. Eine starke strategische Entscheidung, die ihm klaren Vorteil einbrachte den er dann sicher zum Sieg verdichtete.

Andreas Hartmann spielte ebenfalls eine solide positionelle Partie, die lange im Gleichgewicht schien. Aber auch im entstehenden Endspiel steckte viel Gift. So hatte erst Andreas im Turmendspiel gute Gewinnchancen, bis dann sein Gegner im Bauernendspiel die Gelegenheit zu einem gewinnverheißenden Durchbruch hatte, den er dann aber einen Zug zu lange hinauszögerte (42.- g3!). Alles in allem ein leistungsgerechtes Remis.

Am vierten Brett spielte mit Milos Maksimovic der Wirbelwind aus der ersten Saison diesmal mit etwas mehr Bedacht. In einer Tarraschverteidigung glich er sicher aus und stand am Ende der Eröffnungsphase vor der Alternative ruhig weiter zu spielen, oder einen Bauern zu opfern und dafür die weiße Königsstellung zu schwächen. Natürlich wählte er die zweite Möglichkeit. Um den Bauern zu halten, musste Weiß seine Figuren passiv aufstellen und Milos üvernahm die Initiative. Als Weiß für einen weiteren Bauern auch noch seinen Verteidigungsläufer abtauschte, brachen alle Dämme. Milos gewann die Dame und brachte die Partie mit einem hübschen geometrischen Motiv zu ende. Stark gespielt!

SC  Fulda III vs. SF Spraitbach III: 2-2

An Brett 1 spielte mit Felix Faßler ein weiterer Veteran der ersten Saison. Mit Schwarz kam er gut aus der Eröffnung, wählte dann aber das falsche Konzept und wurde zurückgedrängt. Als es Weiß aber versäumte zu rochieren, konnte Felix mit seiner Dame am Königsflügel eindringen und dies mit Drohungen auf der Diagonale a6 – f1 kombinieren. Plötzlich hatte Weiß zwar einen Bauern mehr, aber alle seine Figuren standen passiv. Trotz knapper Bedenkzeit lies Felix sich das nicht mehr entgehen und sammelte erst die Dame ein, um schließlich matt zu setzen. Ein bisschen ein Auf und Ab, bei dem sich am Ende der Spieler mit dem klareren Konzept durchsetzte.

Am zweiten Brett spielte Johannes Kremer mit Weiß. Nachdem in der Eröffnung schnell ein Läufer abhanden kam, befürchteten die Zuschauer bereits das Schlimmste. Doch Johannes kämpfte sich gut zurück und konnte die Figur zurückerobern. Im 24. Zug gab es dann sogar die Gelegenheit, einen Turm und einen Läufer zu gewinnen, was entscheidenden Vorteil gebracht hätte. Doch leider zog er zu schnell und am Ende gab die schwächere Königsstellung von Weiß den Ausschlag. Ein guter Kampf, der etwas unglücklich verloren ging.

Finn Meyer erwischte am dritten Brett trotz der weißen Figuren einen rabenschwarzen Tag. Nach und nach gingen erst ein paar Bauern, dann ein Springer verloren. Der Gegner verwertete das Material schließlich sicher und lies nie echte Gegenchancen zu. Schade, aber sowas passiert.

Am vierten Brett sah sich Lionel Fernando Lopez Busic einem sehr soliden Aufbau von Weiß gegenüber. Zu Beginn des Mittelspiels gelang es ihm durch geschickten Abtausch die Initiative zu übernehmen. Als sein Gegner auch noch seinen Königsspringer ins Abseits stellte, war das für ihn endgültig das Signal zum Angriff und Lionel zeigte, dass sich auch ohne Damen Schwächen in der Königsstellung ausnutzen lassen. Durch die Kombination von Drohungen gegen den König und den Springer kam er mit einer Mehrfigur aus dem Mittelspiel. Ein Vorteil, den er dann im Endspiel sicher verwertete.

Martin Küpper

DSOL: Fulda mit drei Mannschaften am Start

Insgesamt 385 Mannschaften mit 3.000 Spielern wurden für die zweite Auflage der der deutschen Online Schach Liga (DSOL) gemeldet. Darunter auch drei Mannschaften des SC Fulda. Top gesetzt ist die Mannschaft der SF Deizisau, die mit den GMs Alexander Donchenko, Matthias Blübaum, Georg Meier und Vincent Keymer fast die komplette deutsche Nationalmannschaft aufbieten. Einen kurzen Bericht dazu findet Ihr auf der Hauptseite der DSOL

Mit einem DWZ – Schnitt von 2052 ist Fulda 1 an 61 gesetzt und hat sich damit knapp noch für die zweite Liga qualifiziert. Für die Eingruppierung ausschlaggebend waren jeweils die vier höchsten DWZs einer Mannschaft, die Top 32 kamen in die erste Liga, 33 – 64 in die zweite und so weiter.

In Gruppe D treffen wir dann auf Mannschaften aus ganz Deutschland, Top gesetzt ist die Mannschaft von Horst – Emscher (Gelsenkirchen), knapp vor dem SC ML Kastelllaun (Hunsrück), aber auch die hessischen Schachfreunde aus Niederbrechen und Biebertal sind in unserer Gruppe. Insgesamt ist die Gruppe recht ausgeglichen besetzt, so dass wir uns durchaus Chancen ausrechnen, besser abzuschneiden als unsere Startnummer suggeriert. Bei der DSOL gibt es für jede Mannschaft eine eigene Mannschaftsseite, dort findet man auch den Link zum Raum für Heimkämpfe und an Spieltagen auch Links, die Spieler und Zuschauer direkt zum Wettkampf auf dem Chessbase – Server führen.

Fulda 2 spielt in Liga 7, Gruppe C. Dort bekommen wir es z.B. mit Welzheim (Schwaben), Aurich (Ostfriesland) oder den Königsjägern aus Berlin zu tun. Mit einer guten Mischung aus Erfahrung und Nachwuchspielern haben wir durchaus eine Chance um den Aufstieg mitzuspielen. Hier geht es zu der DSOL – Seite von Fulda II.

Fulda 3 wird komplett von unserer Jugendabteilung gestellt und tritt in Gruppe A der 12. Liga an. Hier haben wir es unter anderem mit Paderborn, Chemnitz und Kelheim zu tun. Eine Prognose ist hier natürlich besonders schwierig, weil nicht nur bei uns viele Spieler dabei sein werden, die sich in der Pandemie stark verbessert haben, ohne dass sich ihre DWZ verändert hat. Interessant wird es aber auf jeden Fall, bei den Kämpfen zuzusehen. Hier der Link zur Mannschaftsseite.

Los geht es bereits am allerersten Spieltag. Am 18.01. tritt Fulda I bei Horst – Emscher an, am Freitag, den 22.01. folgen dann Fulda II gegen SV Königsjäger SW II und Fulda III gegen den SV Spraitbach III. Alle Kämpfe beginnen um 19:30 Uhr.

Links

DSOL Hauptseite

SC Fulda I: 2. Liga Gruppe D

SC Fulda II: 7. Liga Gruppe C

SC Fulda III: 12. Liga Gruppe A

DSOL geht in die zweite Runde

Der Deutsche Schachbund hat sich entschieden, die Deutsche Schach Online Liga fortzusetzen. Die zweite Auflage beginnt im Januar, und wir wollen auch diesmal wieder mindestens eine Mannschaft melden.

Martin Küpper kümmert sich wieder um das Organisatorische. Wer Interesse hat teilzunehmen meldet sich bitte bei ihm ( <scfulda.martin@gmail.com>). Jeder der Lust hat ist willkommen, egal wieviel Online – Erfahrung oder welche DWZ! Es wird Zeit, dass wir endlich wieder gemeinsam Schachspielen und analysieren!

Alle Details zur zweiten Auflage gibt es beim DSB (Link)

DSOL: Fulda scheitert im Liga-Finale

Am vergangenen Freitag, 11.09.2020, endete die deutsche Schach Online Liga mit dem großen Finaltag, bei dem gleichzeitig in allen acht Ligen das Finale gespielt wurde. Unsere Mannschaft mit Martin Weise, Martin Küpper, Marius Fritz, Milos Maksimovic, Matthias Berndt und Felix Faßler war aufgrund des DWZ – Schnittes in die dritte Liga gesetzt worden. Der Modus sah vor, dass zunächst in vier Gruppen vollrundig gespielt wurde, so dass jede Mannschaft mindestens 7 Spiele zu absolvieren hatte. Die beiden ersten jeder Gruppe qualifizierten sich dann für die dreistufigen Play – Offs. Nachdem es in der Gruppenphase zwar ein wenig holprig war, reichte es am Ende aber dank besserer Wertung sogar zum Gruppensieg. Danach mussten wir im Viertelfinale gegen TV Borken (Sieger Gruppe D) ran, wo uns mit 4-0 ein überzeugender Sieg gelang. Im Halbfinale gegen SF Dachau (Sieger Gruppe B) war es schon ein wenig enger, letztendlich konnten wir uns aber auch dort trotz der einer Einzel – Niederlage von Martin Küpper recht souverän durchsetzen. Marius und Matthias gewannen ohne große Probleme und Martin Weise war in seiner Partie auch nie in Gefahr. Im Gegenteil, das Remis war sehr schmeichelhaft für seinen Gegner.

Im Ligafinale wartet dann mit dem SC Bad Wimpfen eine harte Nuss. Diese hatten ihre Gruppe mit 7/7 dominiert und auch in den Play–Offs nichts anbrennen lassen. Wir hatten zum ersten Mal  Matthias Kierzek dabei, der zum Glück eingesprungen war, weil Matthias Berndt, Milos und Felix aus verschiedenen Gründen nicht dabei sein konnten. Doch am vierten Brett traf er ausgerechnet in seiner ersten Online–Partie auf IM Schulze, der alle acht vorhergehenden Partien gewonnen hatte.

Trotzdem kamen wir gut in den Kampf: In den beiden Weißparteien an eins und vier bekamen Martin und Matthias ihre Vorbereitung aufs Brett und auch in den Schwarzpartien waren die Eröffnungsprobleme schnell gelöst. Doch nachdem Martin Weise ein erfolgversprechendes Qualitätsopfer ausließ, übernahm sein Gegner nach und nach die Initiative. Bei Matthias wurde es plötzlich scharf, als sein Gegner im Ld2–Grünfeldinder eine neue Fortsetzung wählte. Zwar war die Idee objektiv zweifelhaft, doch kam er in den entstehenden Komplikationen besser zurecht und die größere Erfahrung im Online-Spielen setzte sich letztendlich durch. Gleichzeitig unterschätzte Marius die generischen Angriffschancen in einer Stellung mit entgegengesetzten Rochaden und kam nach und nach vom rechten Pfad ab. Als es endgültig an der Zeit war, mittels Damentausch die Notbremse zu ziehen, zögerte er einen Zug zu lange und der gegnerische Angriff schlug durch. Bei Martin Weise ergab sich zwar noch eine zweite Chance, mittels eines Qualitätsopfers ins Spiel zurückzukommen, doch leider kam es nicht dazu und anschließend war das Spiel eine Einbahnstraße, in der sein Gegner nicht mehr vom Weg abkam. So blieb es Martin Küpper überlassen, für den Ehrenpunkt zu sorgen, indem er nach ein paar Unsicherheiten in der Eröffnung seinen Gegner im Königsangriff zur Strecke brachte. Am Ende Stand somit ein 1-3 und wir müssen anerkennen, dass die insgesamt bessere Mannschaft gewonnen hat.

Zum Schluss noch ein paar Bemerkungen zu unseren Erfahrungen mit der ersten Saison der Deutschen Online Schach Liga. 

Cheating

Das häufigste Gegenargument zuerst: zwar gab es mindestens einen Fall, in dem ein Spieler wegen Cheatings gesperrt wurde, doch ist das bei 246 gemeldeten Mannschaften keine große Sache. Auch im Offline–Schach wird sich bei dieser Anzahl von Spielern mindestens einer daneben benehmen. Ich zumindest hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, bei meinen Partien oder einer Partie aus unseren Wettkämpfen hätte ein Spieler eine Engine oder auch nur ein Eröffnungsbuch benutzt.

Bedenkzeit

Nicht nur für mich war die Bedenkzeit von 45 + 15 sehr gewöhnungsbedürftig. Wenn überhaupt spielen wir im Internet normalerweise deutlich kürzere Kadenzen. Vielen fiel es schwer, sich mehr Zeit für die Züge zu nehmen. Umgekehrt ist es deutlich weniger als in einer Offline Partie. So passierte es mir mehr als einmal, dass ich „plötzlich“ keine Bedenkzeit mehr hatte.

Technik

Die Wettkämpfe wurden auf Chessbase gehostet und in den ersten Wochen hat es kräftig geruckelt. Andererseits muss man zugestehen, dass das Konzept der Mannschaftskämpfe auf dem Chessbase–Server neu war und das auf dieser Seite des Bildschirms auch nicht immer Menschen mit viel Erfahrung saßen. Nachdem sich Chessbase in der zweiten Woche eine Auszeit genommen hatte, waren die Probleme aber auch im Wesentlichen beseitig und ich hatte den Eindruck, dass auch die Spieler mit mehr Erfahrung immer besser zurechtkamen. In den letzten Runden gab es gefühlt überhaupt keine Probleme. Die Seite des DSB, übrigens programmiert von „unserem“ Matthias Berndt, entwickelte sich ebenfalls stetig weiter. Sie war von Anfang an übersichtlich und intuitiv zu benutzen.

Organisation

Dass der DSB die Online Schach Liga überhaupt auf die Beine gestellt hat, verdient schon ein großes Lob. Man hätte sich auch auf den Standpunkt stellen können, dass ja jeder für sich Online spielen kann, wenn er oder sie es möchte. Die Idee zu haben und umzusetzen, das Gemeinschaftsgefühl eines Mannschaftskampfes bzw. eines Vereinsabends online zu bringen, war mutig und alles andere als der einfache Weg. An jedem Abend der vergangenen Wochen standen die Verantwortlichen beim DSB für Fragen und Hilfe zur Verfügung. Es gab vorab und an jedem Spieltag (d.h. während der Gruppenphase jeden Werktag!) einen zoom Call zur Unterstützung. Das ist schon eine besondere Leistung von Frank Jäger und seinem Team. Dafür „Hut ab“!

Fazit     

Auch hier gilt: Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Wie oben beschrieben hat der DSB ein Umfeld geschaffen, in dem es möglich war, das Erlebnis eines Mannschaftskampfs auch in Coronazeiten zu haben. Wir haben die Mannschaftskämpfe immer um einen Team–Call zur Nachbesprechung ergänzt. Dazu kamen diverse Trainingssessions, so dass es tatsächlich etwas von Vereinsabend hatte. Das alles hat mir viel Spaß gemacht, und sollte es eine Neuauflage geben, wäre ich gerne dabei. Auch wenn ich Wochentags manchmal keine Lust oder Kraft zu einer Schachpartie mehr habe. Ich glaube auch, dass es den anderen Spielern genauso gegangen ist. Ein kleiner Wermutstropfen war es für mich, dass wir nur eine Mannschaft zusammen bekommen haben. Man muss nicht wie der Hamburger SK 10 Mannschaften melden, aber als Osthessens stärkster Verein sollte doch wohl mehr als eine Mannschaft drin sein.

Ehepaar Kierzek sehr erfolgreich

Unsere langjährigen Mitglieder Mira und Dr. Matthias Kierzek nahmen am Meisterschaftsgipfel des Deutschen Schachbundes mit verschiedenen Turnieren in Magdeburg teil. Bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft 65+ holte sich Mira in dem starken Teilnehmerfeld (Damen und Herren spielten gemeinsam) souverän mit 5,5 Punkten aus neun Partien den Titel der Deutschen Seniorenmeisterin. Matthias holte sogar 7,5 Punkte, lag zweitweise in Führung und wurde ungeschlagen Deutscher Seniorenvizemeister. Der Schachklub Fulda gratuliert seinen erfolgreichen Mitgliedern!

Noch kein regulärer Spielbetrieb – kein Schnellschach

Aufgrund der Corona-Pandemie findet im Schachklub Fulda noch kein normaler Spielbetrieb statt. Neue Kinder/Jugendliche, die Interesse an Trainingsmöglichkeiten haben, können sich mit dem Jugendleiter Erasto Greif in Verbindung setzen: e.greif_schach@yahoo.com. Die Blitzmeisterschaft 2019/2020 musste abgebrochen werden, auch unser traditionelles Schnellschachturnier fällt dieses Jahr leider aus!

Spielbetrieb eingestellt

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise finden bis auf weiteres keine Spielabende und kein Jugendtraining im Kolpinghaus statt! Die Schachjugend trainiert aber teilweise online, Ansprechpartner ist hierfür Erasto Greif.