Martin Weise erster Online-Vereinsmeister

Nach 5 Runden Schweizer System lagen Rolf Huss und Martin Weise mit 4 aus 5 an der Spitze des Felds der Online – Vereinsmeisterschaft. Um den Vereinsmeister zu finden, musste also ein Stichkampf entscheiden. Doch auch zwei Schnellpartien (15 + 10) reichten nicht, um eine Entscheidung zu finden. Die fiel erst in einem spannenden Armageddon, bei dem Martin mit Weiß und sechs Minuten gewinnen musste, während Rolf nur fünf Minuten hatte, ihm dafür aber ein Remis reichte. Martin strebte von Anfang an eine scharfe Stellung an und zwang Rolf die Rochade aufzugeben. Rolf behielt jedoch einen kühlen Kopf und konnte sogar einen Läufer gewinnen. Doch der König war ein wenig schwach, so dass Martin noch praktische Probleme stellen konnte. Diese kosteten Rolf dann so viel Zeit, dass er seinen Vorteil nicht schnell genug verwerten konnte und im 47. Zug die Zeit überschritt.

Damit ist Martin Weise unser erster online Vereinsmeister. Herzlichen Glückwunsch!

Ein ausführlicher Bericht folgt.

Vladimir Kisyov gewinnt Schweinfurter Online Schnellschach Open 2021

Eigentlich richtet der Schweinfurter Schachclub jedes Jahr über das Fronleichnams -Wochenende ein Open aus. Natürlich war das dieses Jahr erneut nicht möglich, stattdessen wurde ein Online – Open auf Lichess organisiert. Das ganze beeindruckend professionell, mit begleitendem Twitch – Stream.

70 Teilnehmer nahmen teil, darunter auch ein Kontingent aus Fulda. Besonders erfolgreich Vladimir Kisyov, der das Turnier mit 6,5 aus 7 Partien gewann. Glückwunsch!

Hier geht es zum offiziellen Turnierbericht

Nächstes Jahr soll es wieder offline weitergehen, merkt Euch schonmal den 16.06. – 19.6.22 vor!

Online Vereinsmeisterschaft

von Martin Küpper

Um die Zeit bis zur nächsten DSOL zu überbrücken habe ich eine Online-Vereinsmeisterschaft ausgeschrieben. 5 Runden Schweizer System mit der Bedenkzeit der DSOL (45 Min. + 15 Sek. pro Zug) und einer Partie pro Woche. Los geht es mit der Auslosung der ersten Runde am 03.05.2021. Hier zunächst die Ausschreibung:

Wie ihr seht, habe ich mich um maximale Flexibilität bemüht bzgl. der Spielzeiten und der Plattformen auf denen gespielt werden kann. Ziel ist, dass jeder die Chance hat mitzuspielen, egal ob er oder sie Abends, Wochentags oder am Wochenende schlecht Zeit hat. Das setzt natürlich voraus, dass die Teilnehmer auch zur Flexibilität bereit sind. Ich denke aber, dass das in diesem Teilnehmerkreis kein Problem ist. Wenn ihr Fragen habt, stellt sie mir gerne direkt oder unter scfulda.martin@gmail.com. Vorab habe ich hier schonmal ein paar Antworten, um die Idee besser zu erklären.

Aktuelle Teilnehmerliste

(Stand 02.05. 16:30 Uhr)

NRNameVornameDWZStatus
1TöpferAlbrecht2026bestätigt
2WeiseMartin2020bestätigt
3HussRolf2019bestätigt
4KüpperMartin2018bestätigt
5KerstingMartin2014bestätigt
6FritzMarius1940bestätigt
7HasselbacherUwe1830bestätigt
8HartmannAndreas1659überlegt
9MaksimovicMilos1554bestätigt
10WolginKonstantin1461bestätigt
11FaßlerFelixbestätigt
12WadieiSoroushbestätigt

Wieso, weshalb, warum…

Wieso ein eigenes Online – Turnier? Es gibt im Netz doch Turniere ohne Ende.

Das stimmt. Aber die meisten Online – Turniere sind mit kurzer Bedenkzeit oder mit dicht gedrängten Terminen. Und uns allen schadet es nicht, die DSOL – Bedenkzeit zu trainieren. Schließlich gab es genug Maus – Slips, zu schnell oder zu langsam gespielte Partien in der letzten Saison. Auch hier gilt: Übung macht den Meister.

Außerdem wollte ich ein Turnier, in dem wir uns aneinander mit langer Bedenkzeit messen. Das befördert den Austausch untereinander, trainiert viel mehr als ein paar Blitzpartien und noch wichtiger: es gibt uns ein Gefühl dafür, wie wir uns in der Turnierpause weiterentwickelt haben, oder eben nicht. Schließlich müssen wir irgendwann auch wieder eine Offline Mannschaftsaufstellung machen und da würden wir vielen Unrecht tun, wenn wir auf die DWZ von 2019 zurückgreifen. Ohne einen Aktivitätsbonus wird es dabei nicht gehen. Und hier ist die Chance aktiv zu sein.

Wieso Vereinsmeisterschaft?

Um zu zeigen, dass es ernst ist. Ob der Sieger so lange Meister bleibt, wie der Sieger der ersten DSOL – Saison, oder vielleicht für immer, weil es keine zweite Auflage gibt, wird sich erweisen.

Trotzdem dürfen auch Nicht – Mitglieder teilnehmen?

Ja, aber nur Spieler:innen aus unserem direkten Umfeld, keine völlig fremden. Dabei denke ich nicht nur an passive Mitglieder, sondern auch an Ehemalige, Besucher der Blitzturniere, oder die Freunde der Schachjugend, insbesondere aus Schulschach – AGs und dem Bezirk Osthessen. Damit hoffe ich einerseits das Turnier ein wenig interessanter zu machen, indem mehr Teilnehmer verschiedener Spielstärken teilnehmen. Anderseits hoffe ich, das Netzwerk zu stärken, das insbesondere unsere Jugend in den letzten Monaten aufgebaut hat.

Und wenn einer von denen gewinnt?

Dann ist er oder sie natürlich nicht Vereinsmeister, sondern „nur“ Sieger der Fuldaer Meisterschaft. Vereinsmeister können logischerweise nur Mitglieder werden (Mitgliedsantrag vor der letzten Runde würde mir reichen😉). Ansonsten liegt es an uns selbst das zu verhindern. Zwei Teilnehmer aus der ersten Mannschaft haben schon gemeldet. Mal sehen, ob die Top – Stars sich ebenfalls trauen.

Bei 5 Runden ist Punktgleichheit nicht unwahrscheinlich, was dann?

Das sehen wir, wenn es so weit ist. Ich werde wahrscheinlich versuchen, die betreffenden Spieler zu Stichkämpfen zu überreden. Ansonsten gibt es immer noch die Feinwertungen.

Warum kein fester Termin für die Runden?

Damit möglichst viele mitspielen können. Nicht alle haben die Möglichkeit abends zu spielen, oder sich fünf Wochen immer den gleichen Wochentag freizuhalten. Wenn wir aber miteinander reden, bin ich überzeugt, dass sich immer ein Termin finden wird. Ich werde es auch nicht durchgehen lassen, wenn jemand auf dem Freitagabend besteht, obwohl er weiß, dass der Gegner da nicht spielen kann.

Was soll dann der Freitagabend?

Bei den meisten wird das ein guter Termin sein (Vereinsabend!), da ist es doch am einfachsten den als Fallback Option festzulegen.

Und auf welcher Plattform wird gespielt?

Auch hier gilt: Flexibilität geht vor. Alle DSOL Spieler haben einen Account bei Chessbase, alle Jugendliche einen bei Lichess, viele spielen auch bei chess.com oder chess24. Und um eine freundschaftliche Partie zu starten, benötigt man ja auch keine kostenpflichtigen Accounts. Nachteil: einer der beiden Spieler muss wissen, wie man Farbverteilung und Bedenkzeit einstellt. Ich denke aber, wir haben genügend erfahrene Onliner dabei und in der zweiten Woche ist das dann auch kein Problem mehr.

Was soll die Kamerapflicht?

Die ganze Veranstaltung beruht darauf, dass wir uns gegenseitig vertrauen. Trotzdem möchte ich nicht ganz auf Sicherheitsmaßnahmen verzichten. Bei laufender Kamera ist es sicherlich schwerer, nebenbei im Eröffnungsbuch zu blättern oder am Handy zu spielen. Unmöglich ist das natürlich nicht, aber wenn mich jemand bescheißt, soll er mir wenigstens dabei in die Augen sehen. Außerdem schadet es nicht, wenn wir als Verein auch unsere Gesichter kennen.

Aber was ist mit Cheatern?

Zuallererst setze ich auf die Fairness aller Teilnehmer. Denn natürlich steht uns kein Anti – Cheating Team zur Verfügung. Und auch kein anonymer Holländer, der mit seiner Software die Partien analysiert. Aber wir werden uns die Partien schon ein wenig ansehen. Wenn jemand z.B. schon ein paar DWZ Auswertungen hat, wird er auch im Corona Jahr nicht von 900 auf 2200 gesprungen sein. Da wir die Usernamen kennen, können wir ja auch auf den Online – Plattformen ein wenig recherchieren. Wenn uns dann etwas komisch vorkommt, wird eingegriffen, auch wenn es keine eindeutigen Beweise gibt. In einem gewissen Sinne müssen wir uns da der Willkür der Turnierleitung unterwerfen. Also vergesst lieber nicht, die DSOL hat bewiesen, dass ich mit legalen Mitteln nicht zu besiegen bin…

Wieso die pgn einreichen?

Das ist wie mit dem Partieformular bei einem normalen Turnier. Wir wollen sehen, dass ihr wirklich gespielt habt. Eine Meldung „wir haben Remis gemacht“ ohne Züge wird nur in Ausnahmefällen akzeptiert. Außerdem benötigen wir die Partien für das Cheating – Thema.

Und wie bekomme ich das pgn?

Alle gängigen Plattformen bieten die Möglichkeit an, die Partie nach Beendigung zu speichern. Man muss nur den richtigen Knopf finden. Wenn gar nichts geht, kann man die Züge auch per copy & paste in eine Textdatei speichern, in Extremfällen werde ich auch Screenshots akzeptieren. Aber auch hier denke ich, dass wir genügend onlineaffine Teilnehmer haben werden und sich für jede Partie eine Lösung finden wird.

DSOL: Endstation Berliner Wertung

Wieder Pech für Fulda. Auch im Halbfinale entschied die Berliner Wertung gegen uns, nachdem die zweite Mannschaft sich einen tollen Kampf mit dem Hamelner SV II geliefert hatte. Damit finden die Finals ohne Fuldaer Beteiligung statt.

von Martin Küpper

SV Hameln II vs. SC Fulda II: 2-2 (7-3)

Uwe Hasselbacher an Brett 1 hatte einen fürchterlichen Tag. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Um trotzdem ein paar Zeilen zu schinden, will ich hier dem Wunsch des Chats nachkommen und auf das menschenverachtende System genannt „Berliner Wertung“ hinweisen. Wieso soll das Matchup an Brett 1 mehr wert sein, als an Brett 4? Sind das etwa wichtigere Menschen? Reiner Klassismus (oder itrgendwas anderes mit -ismus), da waren wir uns bei Discord einig. J’accuse DSOL! 11111

Aber im Ernst, irgendwie muss man einen Tiebreak haben und ich bin mir sicher, Uwe war auch nicht mehr in der Stimmung zwei Stunden nach dem Ende der Partie einen Blitzentscheid zu spielen. Trotzdem weiß ich nicht, ob man gerade unter der Woche, wo die äußeren Umstände einen größeren Einfluss auf die Form der Spieler haben, nicht doch zum Blitzentscheid greifen sollte, bevor man eine künstliche Wertung heranzieht. Vielleicht ist die Lösung von der FIDE Online – Olympiade, wo jede Mannschaft nur einen Spieler ins Stechen geschickt hat, keine so schlechte Idee?

Am zweiten Brett spielte Konstantin Wolgin wieder eine hochkomplizierte Partie. Diesmal wählte er mit Schwarz die Grünfeldindische Verteidigung. Weiß spielte die klassische Abtauschvariante mit Lc4 und Se2, worauf Konstantin den modernen Aufbau mit 10. – b6 spielen wollte. Nach dem ungewöhnlichen 11. Tb1 (Maus – Slip?) ging er in den Aufbau mit Dc7 über. Weiß reagierte mit 12. Lf4, was nach 12. – e5 zu einer messerscharfen Stellung führte. In den nächsten Zügen fand Konstantin leider nicht die optimale Aufstellung für seine Figuren und als sich das Zentrum öffnete, hatte Weiß deutlich mehr Feuerkraft am Königsflügel. Schwarz musste sich äußerst präzise verteidigen, was Konstantin auch wieder gut gelang. Sein Gegner fand nicht den entscheidenden Hebel und er konnte nach und nach alle seine Figuren zur Unterstützung des Königs herbeiholen, so dass er um den 30. Zug wieder im Rennen war. Leider allerdings mit knapper Bedenkzeit und so schwang das Pendel noch mehrfach hin und her, bis Konstantin sich schließlich in einem Endspiel mit Minusqualität wiederfand, das nicht zu halten war. Wieder ein spannender Kampf, diesmal leider ohne Happy End.

Bei Andreas Hartmann an Brett 3 lief die Partie dagegen ganz anders. Mit Schwarz brachte er wieder „seine“ Struktur im Franzosen aufs Brett. Weiß konnte zwar leichten Druck entwickeln, doch mit präzisem Spiel erreichte Andreas eine ausgeglichene Stellung in der beide Seiten Turm, Springer und sechs Bauern hatten. Bei nahezu symmetrischer Bauernstruktur und reduziertem Material schien ein Remis höchstwahrscheinlich. Andreas zeigte aber wieder einmal, dass der Spieler mit einem Plan auch in scheinbar einfachen Stellungen dem Gegner ohne Ideen überlegen ist. Trotz knapper Bedenkzeit aktivierte er seinen König und brachte den Springer nach d6, von wo er auf die einzige weiße Schwäche, den Bauern b2 schielte. Gleichzeitig expandierte er am Königsflügel, was mögliches Gegenspiel dort erstickte. Vermutlich von den plötzlichen Problemen überrascht, zog Weiß seinen König nach e3 und Andreas ließ sich nicht zweimal bitten: 31.- Sc4 + nebst Sxb2 gewann einen Bauern und wenig später die Partie. Wieder eine schöne positionelle Leistung.

„Wer spielt denn da an vier?“ war die erste Frage, die jeder Besucher der Taverne Fulda auf Discord stellte. Weiß spielte 1. d4, baute sich solide auf und hatte sogar die schlechtere Zeit. Doch es war tatsächlich unser Milos Maksimovic, der mal etwas Neues ausprobieren wollte. Und schlecht lief es nicht: nach der Eröffnung entwickelte sich eine Stellung, in der beide Seiten dynamische Chancen hatten. Schwarz hatte zwar das Läuferpaar, Weiß dafür einen starken Springer auf e5. Doch im 14. Zug griff Milos fehl: f4 stabilisiert zwar den Springer, übersah aber, dass Schwarz mit cxd4 und dxc4 im Zentrum einen Bauern gewinnen kann. Aber eigentlich war es ein glücklicher Maus – Slip, denn das ursprünglich geplante 14. f3 hätte zu einer noch schlechteren Stellung geführt. So hatte Milos zwar einen wichtigen Bauern weniger, konnte diesen aber gut blockieren und Angriffschancen am Königsflügel kreieren. Als Schwarz seine Dame auf die Reise Richtung g3 schickte, hatte er schon vollständige Kompensation. Einmal den König im Visier, ließ Milos sich auch nicht mehr aufhalten. Mit einem Bauern auf f6 und einem Läufer auf d3 konnte er immer mit Mattdrohungen operieren und in die schwarze Stellung eindringen. Doch der Gegner verteidigte sich zäh und nach einer kleinen Ungenauigkeit war die Partie wieder offen. Als Schwarz dann jedoch auf Bauernraub ging, anstatt seinen Freibauern laufen zu lassen, ergriff Milos seine Chance, bildete seinerseits einen Freibauern am Damenflügel und stürmte los. Im 38. Zug spielte er a4, dann a5 und a6, um schon im 43. Zug den Bauern umzuwandeln. Schwarz musste seinen Turm geben und der Rest war für Milos nur noch Formsache. War das die Geburt von Milos 2.0? Auf jeden Fall eine spannende Partie!

Fulda II im Halbfinale

Viel Spannung gab es in den Viertelfinals der DSOL für unsere beiden Mannschaften. Fulda II konnte sich nach hartem Kampf gegen Gera durchsetzen, gegen Fulda III entschied am Ende die Berliner Wertung. Das Halbfinale findet am 23.04. um 19:30 Uhr statt.

von Martin Küpper

ESV Gera I vs. SC Fulda II 1-3

Am ersten Brett hatte Uwe Hasselbacher Weiß und spielte eine englische Eröffnung mit 1.- e5. Nach ruhiger Eröffnung explodierte die Stellung, als sein Gegner 15. f4 mit 15.-f5 konterte. Uwe entschied sich daraufhin, mit 16. Sa4 auf die Jagd nach dem Läuferpaar zu gehen. Besser wäre es gewesen, stattdessen einen Freibauern auf d5 zu bilden, denn nun wurden die schlechtstehenden Figuren des Schwarzen gegen gutstehende des Weißen abgetauscht. Zusätzlich kontrollierte Schwarz das Zentrum, so dass Uwe bald schon um das Remis kämpfen musste. Mit taktischen Mitteln versuchte er noch dagegenzuhalten, doch spätestens als er den Bauern d5 gegen h6 tauschen musste und der weiße König auf Wanderschaft musste war klar, dass es schwer werden würde. Schwarz hatte ein starkes Zentrum und einen guten Springer gegen den schlechten Läufer und so war es folgerichtig, dass am Ende die Kombination aus Dame und Springer den schwachen weißen König zur Strecke brachte.

Konstantin Wolgin griff and Brett 2 mit den schwarzen Steinen wieder zur Najdorfvariante der sizilianischen Verteidigung. Weiß baute sich solide, aber etwas langsam auf, so dass Konstantin nach der Eröffnung gutstand. Mit entgegengesetzten Rochaden und beiderseitig geschwächten Königsstellungen entstanden komplizierte Stellungsbilder, die auch die Zuschauer auf Discord intensiv diskutierten. Tatsächlich bestätigt die Computeranalyse, dass Schwarz mit 13.-Sh5 auf der falschen Seite des Brettes spielt, doch die kategorische Ablehnung der Kiebitze von 14.- Lxd5 und insbesondere 20.- Lg5 stellt sich in der Computeranalyse als falsch heraus. Im Gegensatz zu den Kiebitzen hatte Konstantin richtig eingeschätzt, dass seine Initiative den weißen Druck gegen d6 locker aufwog und er sogar deutlich besser stand. Erst 23.- f6 vergab den Vorteil, denn jetzt war aus dem stolzen Läufer tatsächlich ein großer Bauer geworden. Dabei hatte Konstantin sich wohl auf 26. Txe4 verlassen, was aber stark mit 27. Sh6 gekontert wurde.  Ein Schlag praktisch aus dem Nichts, nach dem Schwarz plötzlich in allen Varianten verloren ist. Egal wie er den Springer schlägt, immer geht ein Turm verloren, bei anhaltendem weißem Angriff.

Hier sah der Kampf plötzlich verloren aus, denn bei Niederlagen an den ersten zwei Brettern hätte die Berliner Wertung für Gera entschieden. Doch Konstantin gab sich noch nicht geschlagen und bekam im 32. Zug die Belohnung, als sein Gegner einen Bauern fraß, ohne auf die schwache Grundreihe zu achten. Schwarz konnte nämlich ungestraft einen der beiden weißen Türme schlagen und hatte damit eine Mehrfigur, der Weiß nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Ein etwas glückliches Ende einer hochspannenden Partie.

Am dritten Brett wurde Andreas Hartmann mit dem Jobava System 1. d4 d5 2. Sc3 konfrontiert. Er nahm sich viel Zeit in der Eröffnung, erreichte dann aber eine Stellung die stark an die Rubinsteinvariante der französischen Verteidigung erinnerte. Da er diese gut kennt, kann man davon sprechen, dass er den Eröffnungskampf gewonnen hat, obwohl die Stellung ausgeglichen war. Spätestens im 20. Zug wurde klar, dass er über einen klaren Plan verfügte, während sein Gegner nicht so recht weiterkam. Andreas übernahm mit einem Minoritätsangriff die Initiative und hatte bald die aktiveren Figuren. Auch wenn der Computer die Stellung weiterhin als ausgeglichen bewertet, wurde sie immer unangenehmer zu spielen für Weiß. Im 29. Zug wurde der Druck übermächtig und Weiß stellte die Qualität ein, wonach die Stellung aufgrund der schwachen Grundreihe auch direkt verloren war. Eine ausgezeichnete Positionspartie, in der Weiß in aller Ruhe überspielt wurde. Stark!

Genau das Gegenteil sah man in Milos Maximovics Partie am vierten Brett: Normalerweise gilt die französische Abtauschvariante ja als remisträchtig, doch Milos machte mit 8. 0-0-0 und 9.f4 sofort klar, dass es ihm auch in dieser symmetrischen Struktur um den gegnerischen König gehen würde. Später verriet er, dass er damit im Bullet sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Und so lief die Partie auch: erst im 25. Zug dachte Milos länger als 30 Sekunden nach, doch da hatte er schon eine Figur mehr. Schwarz hatte sich nämlich den weißfeldrigen Läufer abklemmen lassen und dafür nur zwei Bauern bekommen, während Weiß weiter angriff. Milos operierte geschickt mit Mattmotiven, um dann in ein gewonnenes Endspiel überzuleiten, in dem die weißen Bauern einfach durchmarschierten. Trotz 44 Zügen war die Partie schon nach 30 Minuten vorbei. Der Gegner muss sich gefühlt haben, als ob ein Tornado über ihn weggefegt ist.

SC Fulda III vs. Akademie Paderborn II: 2-2 (4-6)

Am ersten Brett hatte Soroush Wadiei Schwarz gegen einen starken Gegner, der schon in der Vorrunde mit 4 / 6 entscheidend zur Qualifikation seines Teams beigetragen hatte. Soroush hatte eine Variante der katalanischen Eröffnung vorbereitet, bei der Schwarz den Bauern auf c4 schlägt und dem Weißen dafür das Zentrum überlässt. Häufig steht Schwarz dann etwas passiv, kann aber versuchen den Bauern zu halten und mit genauem Spiel die weiße Initiative zu neutralisieren. Leider gelang ihm das aber in dieser Partie nicht. Als Soroush versuchte, sich mit 11.- c5 zu befreien konnte sein Gegner den Raum- und Entwicklungsvorteil nutzen und mit einem taktischen Schlag eine Figur gewinnen. Zwar kämpfte Schwarz noch bis zum 54. Zug, doch am Ende ließ sich nichts mehr ausrichten. Schade, kann aber passieren.

Felix Faßler spielte am zweiten Brett mit Weiß die b3 – Variante gegen Französisch. Sein Gegner nahm zwar den Bauern auf e4, entschied sich aber dann ihn nicht zu verteidigen, sondern seine Entwicklung fortzusetzen. Eigentlich eine kluge Entscheidung, doch im 10. Zug ließ er sich einen Doppelbauern auf c6 verpassen, und fand danach keinen sicheren Platz für seinen König. Felix vollendete in aller Ruhe seine Eröffnung und stand mit der besseren Bauernstruktur und dem unsicheren schwarzen König klar besser. Dazu kam noch, dass Schwarz viel Zeit verbraucht hatte. So war es nur folgerichtig, dass er im 18. Zug bereits in Zeitnot war und eine Figur einstellte. Schwarz versuchte noch ein Dauerschach zu erreichen, doch Felix lies nichts anbrennen und im 21. Zug überschritt Schwarz in Verluststellung die Zeit. Saubere Leistung!

An Brett 3 hatte Erasto Greif Weiß und spielte wieder einen Fianchetto – Aufbau. Schwarz kopierte die weißen Züge, bis Erasto sich zu 6. Sa3 entschied, um den Vorstoß c4 vorzubereiten. Schwarz spielte dagegen sofort c5 und Erasto erhöhte die Zentrumsspannung wie geplant mit 7. c4. Spätestens nach der Antwort Sc6 hätte er jedoch auf c5 nehmen sollen, denn nach 8. cxd5 steht der weiße Springer im Abseits. Danach gab er den e-Bauern, um am Damenflügel zu spielen, doch Schwarz konnte alle Drohungen abwehren und die weißen Bauern am Damenflügel abräumen. Damit hatte Schwarz zwei Bauern mehr und die weißen Figuren waren verknotet. 26. – Le5 war aber zu ungeduldig und ließ Erasto wieder zurück in die Partie. Doch die Stellung blieb kompliziert, denn Weiß konnte zwar den e-Bauern zurückgewinnen und den a – Bauern stoppen, dafür bekam Schwarz aber Spiel gegen den ungeschützten weißen König. Weiß musste schon sehr genau spielen, um das Gleichgewicht zu halten und im 33. Zug übersah Erasto dann leider die entscheidende Drohung. Schade, aber jeder kennt sicherlich, wie es ist, eine lange Verteidigung durchzuhalten, wenn man sich mit knapper Bedenkzeit immer neuen Drohungen gegenübersieht.

Finn Meyer hatte mit Schwarz in den ersten Zügen die gleiche Variante auf dem Brett wie Erasto mit Weiß. Sein Gegner wählte jedoch einen langsameren Aufbau mit Doppelfianchetto, auf das Finn sich gezielt vorbereitet hatte. Schnell gelang es ihm Druck im Zentrum aufzubauen und als Weiß auf Damenjagd ging anstatt seine Entwicklung zu beenden, nutze er die Zeit, um über die schwarzen Felder einzudringen. Im 18. Zug gewann er einen Bauern, im 20. einen zweiten. Als Weiß im 24. Zug nochmal die Dame angriff sah er richtig, dass er sie temporär opfern konnte, weil der d – Bauer nicht nur Material gewinnt, sondern sich am Ende der Sequenz umwandeln würde. So wie Weiß spielte, hatte Finn am Ende sogar Turm und Läufer mehr, was er im 33. Zug zum Mattsetzen nutze. Eine sehr überzeugende Leistung von Finn, der seine gute Vorbereitung in einen Start – Ziel – Sieg ummünzen konnte.

Ein paar Gedanken zum Thema Cheating

Bei 3.000 Teilnehmern vielleicht unvermeidlich, aber auch in dieser Saison mussten wieder Spieler wegen Cheatings genullt werden. Von uns war zum Glück niemand unter den Tätern, dafür waren wir aber dreimal Opfer.

von Martin Küpper

Insgesamt haben wir als Fuldaer in 19 Wettkämpfen 76 Partien gespielt und „nur“ drei davon wurden nachträglich korrigiert. Da bei mir persönlich die Quote mit 2 von 4 Partien aber etwas anders aussieht, hier ein paar Gedanken zum Thema: ich persönlich hatte in der ersten Partie, die nachträglich vom Remis zum Sieg geändert wurde nicht das Gefühl, dass mein Gegner Unterstützung hatte. Auch bei der Niederlage in der sechsten Runde war es nicht so, als hätte ich nicht genügend Fehler begangen, um die Partie normal zu verlieren. Trotzdem ärgere ich mich jetzt über die verschwendete Zeit, die ich in die beiden Partien investiert habe und kann sie nicht mehr ernsthaft analysieren. Dabei war zumindest die erste eine gute Partie.

Aber nicht nur ich bin betroffen, sondern auch alle anderen Spieler, die durch die Einzelfälle immer mit einem Generalverdacht leben müssen, wenn sie eine gute Partie spielen. Da freut man sich fast, wenn ein Mannschaftskollege bei der Verwertung eines Vorteils Fehler macht oder nicht zu sehr über seiner DWZ spielt und damit seine Menschlichkeit unter Beweis stellt. Das ist es, was die wenigen Betrüger mit der ehrlichen Mehrheit machen: immer schwingt Mistrauen mit. Man hört immer wieder, dass jemand deswegen nicht online spielen möchte. Dabei liegen so viele Chancen im Onlineschach, unser Spiel weiterzuentwickeln und auch als Verein zusammenzuwachsen.   

Den Organisatoren der DSOL gebührt viel Lob und Dank, dass sie sich tagelang durch alle Partien gewühlt haben, um möglichst viele der schwarzen Schafe zu entdecken und dann auch durchzugreifen. Weil Cheating fast immer nur indirekt und über Indizien belegt werden kann, werden sie sich auch viele Anfeindungen dafür anhören müssen. Da stilisiert sich schnell ein Täter zum Opfer und im Zweifel solidarisieren sich seine Vereinskameraden auch noch. Oder ducken sich zumindest weg. Es ist natürlich leichter, sich auf die Seite des persönlich bekannten, vielleicht sogar befreundeten Mitspielers zu stellen, als auf die der Opfer, zu denen man keine persönliche Beziehung hat. Daher rechne ich es dem Mannschaftsführer des Täters in Liga 7C (Namen nennen bringt hier nichts) hoch an, dass er sich für seinen Vereinskameraden entschuldigt. Von den Vereinen meiner beiden Gegner habe ich dagegen nichts gehört.

Darum auch von meiner Seite: null Toleranz für Cheater. Auch nicht im eigenen Verein. Lassen wir sie nicht unser schönes Spiel kaputtmachen. Aber lasst uns auch nicht übermäßig misstrauisch sein. Denn andersherum zeigen die drei Fälle auch, dass die Mechanismen inzwischen gut funktionieren, die praktisch alle großen Server einsetzen. Ich habe nämlich in beiden Fällen keine Meldung an das Anti-Cheating Team gemacht.

Natürlich würde ich lieber mit Kamera spielen und vielleicht auch mit kürzerer Bedenkzeit, um es den Betrügern noch schwieriger zu machen. Aber ich sehe es positiv: die meisten Partien, die ich in dieser Saison gesehen habe, waren sehr menschlich und gerade deswegen interessant. Und bei den anderen wurde der Täter entweder überführt oder ein Spieler hat einfach gut gespielt. Ich werde jedenfalls auch beim nächsten Mal wieder dabei sein. Von den paar Arschlöchern lass ich mir doch mein Spiel nicht kaputtmachen!

DSOL: erfolgreicher Abschluß der Vorrunden

Nachdem jetzt auch die Cheating – Überprüfungen aller Ligen abgeschlossen sind steht fest: Fulda III zieht als Gruppenerster in die Playoffs ein, Fulda II rutscht noch auf den zweiten Platz und ist ebenfalls weiter. Fulda I landet auf einem guten dritten Platz. Hier die Berichte zu den letzten Matches, am 15.14. geht es für Fulda II beim ESV Gera weiter, am 16.04. heißt es Fulda III gegen Akademie Paderborn.

von Martin Küpper

SC Fulda I vs. SG Arnstadt-Stadtilm: 3 – 1

An Brett 1 hatte sich Martin Weise in der Vorbereitung eine strategisch komplexe Variante herausgesucht, in der er als Schwarzer zwar einen Mehrbauern hatte, dafür aber zwei Doppelbauern in Kauf nehmen musste. Die weiße Kompensation erwies sich als stark genug, den Bauern zurückzugewinnen, doch nach der damit verbundenen Stellungsöffnung übernahm Martin schnell die Initiative. Wenig später zappelte der weiße König in einem Mattnetz.

Marius Fritz erreichte in einem Franzosen mit 2. b3 Raumvorteil und Initiative, die er nach und nach ausbauen konnte. Im 19. Zug konnte er am Königsflügel durchbrechen und sein Gegner musste schon eine Qualität geben, um im Spiel zu bleiben. Nach und nach baute Marius den Vorteil aus und erreichte schließlich ein klar gewonnenes Endspiel. Dann verließ ihn aber leider die Konzentration und Schwarz konnte sich in ein Endspiel mit Springer gegen 2 Bauern retten, bei dem Marius Bauer auf e7 der letzte Trumpf war. Doch zum Glück strauchelte der schwarze Springer an der letzten Hürde: 67.-Sf6+ nebst Kd5 hätte die beiden Bauern aufgehalten, so aber gewann Marius den Springer und damit die Partie.

An Brett drei gab es einen Punkt für Martin Küpper. Über die Partie decken wir den Mantel des Schweigens. Nur so viel: die ursprüngliche Niederlage war wohl verdient, die Präzision und Geschwindigkeit des Gegners wären gar nicht nötig gewesen.

An Brett vier spielte Konstantin Wolgin die Berliner Verteidigung. Ohne Damentausch und mit gegensätzlichen Rochaden wurde es aber alles andere als der übliche zähe strategische Kampf. Stattdessen gab es ab dem 12. Zug ein scharfes taktisches Scharmützel, an dessen Ende er zwei Figuren für Turm und zwei Bauern hatte. Allerdings behielt Weiß weiterhin starke Initiative und stand im 23. Zug mit einer glatten Mehrqualität da. Konstantin wehrte sich noch nach Kräften, aber der weiße Sieg stand nie mehr in Frage.

SK Niederbrechen I vs. SC Fulda I: 1,5 – 2,5

Am ersten Brett spielte Martin Weise eine Partie mit vielen Gesichtern: zunächst sprang er seinen Gegner mit frühem h4 an und bot den Bauern mehrfach als Opfer dar. Sein Gegner lehnte zwar dankend ab, doch musste er trotzdem starken Druck auf der geöffneten g – Linie zulassen. Nach Figuren- und Damentausch kam es dann zu einer längeren strategischen Phase, in der Martin nachzuweisen versuchte, dass sein Läufer besser war als der gegnerische Springer. Schwarz gelang es jedoch die Stellung geschlossen zu halten und seinen Springer wieder ins Spiel zu bringen. Gerade als es so aussah, als könne er ernsthaften Druck entwickeln ließ er jedoch die Öffnung des Damenflügels zu. Plötzlich waren es wieder taktische Motive, diesmal auf der siebten Reihe und gegen den schwachen Bauern auf c5, die Weiß in Vorteil brachten. Am Ende war es aber erneut die Aktivierung des Springers die dafür sorgte, dass Martin sich mit Dauerschach zufriedengeben musste.

Marius Fritz hatte sich auch diesmal wieder gut vorbereitet und glich in einer englischen Eröffnung schnell aus. Im Mittelspiel übernahm er nach und nach die Initiative und brachte alle seine Figuren auf gute Felder. Als Weiß sich mangels Alternativen dazu entschloss, die Stellung zu öffnen, war er darauf viel besser vorbereitet. Bald hatte er einen mächtigen Freibauern auf d3 dem Weiß nichts entgegensetzen konnte. Matt in drei Zügen vor Augen gab Weiß schließlich auf.

Nach guter Eröffnung war es ein Maus – Slip, der Matthias Berndt die Partie verdarb. Anstatt im 14. Zug den Bauern auf d6 zurückzunehmen, blieb die Dame auf d7 hängen und damit war die Partie auch schon gelaufen. Schwarz kam nie wieder ins Spiel zurück und musste im 31. Zug aufgeben.

Am vierten Brett spielte Martin Kersting eine lehrbuchartige Partie. Schwarz wählte einen Stonewall Aufbau, doch Martin zeigte, wie man mit einfachen Mitteln Raumvorteil erhält und gegen den schlechten weißfeldrigen Läufer spielt. Je mehr Figuren vom Brett verschwanden desto klarer wurde, dass Schwarz mit weniger Raum und Angriffsmarken auf beiden Flügeln eine schwere Verteidigungsaufgabe bevorstand. Martin ging dabei ganz systematisch vor und erarbeitet sich zunächst einen Freibauern am Königsflügel, der den schwarzen König dort festhielt. Dann brachte er  alle seine Figuren in Stellung, um b5 durchzusetzen. Durch den gebundenen König hatte Schwarz dem nicht genug entgegenzusetzen und auch ein Qualitätsopfer brachte nicht die erhoffte Erleichterung. Der Damenflügel und der h – Bauer ließen sich nicht gleichzeitig halten. Am Ende war es dann der Bauer, der zur achten Reihe durchmarschierte und für die Entscheidung sorgte.

SF Illingen I – SC Fulda II: 2-2

In der sechsten Runde hatte Fulda II frei, dafür wartete in der letzten Paarung der Gruppenphase die Mannschaft, die bis dahin alle Kämpfe mit 3 – 1 gewonnen hatten. Auch diesmal brachten sie ihre drei Top – Scorer mit. Brett 1, 2 und 4 hatten bis dahin nur einen halben Punkt abgegeben, ausgerechnet in der Runde, in der das zweite Brett punktete.

Dennoch gelang es den Kampf eng zu gestalten: Uwe Hasselbacher erreichte mit Weiß eine spielbare Stellung aus der Eröffnung und gestaltete das Mittelspiel lange ausgeglichen. Erst als sein Gegner den Damenflügel abschließen konnte erhielt Schwarz konkrete Chancen, denn der Königsflügel war sein Terrain. Uwe versuchte noch den König zu evakuieren, kam aber nicht weg, bevor Schwarz die Stellung öffnen konnte. Plötzlich drangen die schwarzen Figuren über die g – Linie ein und auch ein Figurenopfer konnte die Löcher nicht stopfen. Am Ende standen die weißen Figuren wie ein trauriges Häuflein in der Ecke herum, während die schwarzen das Brett dominierten.

Am zweiten Brett hatte es Konstantin Wolgin mit dem vermeintlichen Schwachpunkt der Illinger zu tun. Dieser entpuppte sich aber als zäher Gegner und ausgangs der Eröffnung hatte er eine dieser geschlossenen Strukturen, die die Computer immer als vorteilhaft für Weiß bewerten, in denen Schwarz aber über den klareren Plan verfügt. Schnell wurde klar, dass hier zwei Menschen spielten, denn während Weiß seien Raumvorteil im Zentrum verwaltete, griff Konstantin die weiße Bauernkette an Ihrer Wurzel an. Die Damenflügelbauern marschierten voran und spätestens nach 18.- a3 stand Schwarz klar besser. Danach war es ein Spiel auf ein Tor, in dem Konstantin keine Zweifel mehr aufkommen ließ. Eine blitzsaubere Leistung.

Am dritten Brett wurde Andreas Hartmann mit dem seltenen 1.f4 konfrontiert. Er wählte einen soliden Aufbau, entschied sich aber zu früh das Zentrum mit e5 zu öffnen. Besser wäre es gewesen, zunächst die Entwicklung abzuschließen. Diese kleine Ungenauigkeit nutze sein Gegner mit kraftvollen Zügen, insbesondere 15.Sb5! war ein schöner Zug, der den weißen Vorteil zementierte. Danach blieb Andreas mit ruinierter Bauernstruktur zurück und Weiß sammelte die Bauern nach und nach ein. Sein Gegner schloß damit die Saison mit 6/6 ab!

Am vierten Brett wurde Paul Kopco von seinem Gegner schnell überrannt. Bereits im 16. Zug hatte er einen ganzen Turm weniger. Doch in der Folge wurde sein Gegner wegen elektronischen Dopings genullt, so dass der Kampf dann doch unentschieden endete und Fulda II die Playoffs erreichte. Glückwunsch!

SF Kelkheim III vs. SC Fulda III: 1 – 3

Für unsere dritte Mannschaft ging es schon in der sechsten Runde darum, den Playoff – Platz zu sichern, denn in der siebten hatte sie spielfrei. Am ersten Brett spielte Soroush Wadiei mit Weiß ein Damengambit mit 4. Lg5 Lb4 5. e3 Sc6. Schwarz ließ sich früh den f – Bauern verdoppeln und Soroush spielte in der Folge konsequent darauf, einen Vorposten auf f5 zu installieren. Als er jedoch mit 17. f4 versuchte, den Läufer auf g6 abzuklemmen, erhielt Schwarz wegen der entstehenden Schwäche auf e3 gute Ausgleichschancen und in der Folge sogar das bessere Spiel. Bei Discord forderten die ersten Kibitze schon beim nächsten Mal seinen f – Bauern festzukleben, bringt er ihn doch immer wieder in Schwierigkeiten. Doch Soroush verteidigte sich umsichtig und als Schwarz eine Zugwiederholung ausschlug, übernahm er die Initiative und griff den schwarzen König an. 41. Sh4 war allerdings zu direkt, der stille Zug 41. Df7 hätte Schwarz hilflos gelassen. Doch Schwarz übersah die unerwartete Chance und zwei Züge später setze Soroush ihn Matt. Trotz ein paar Schreckmomenten wieder eine gute Leistung!

Am zweiten Brett folgte Felix Faßler seinem bewährten Schema: den Gegner durch den langsamen Aufbau mit e6 und b6 einlullen, dann einen Zentrumsbauern schnappen, den Gegner wieder ins Spiel kommen lassen, in diesem Fall durch Vernachlässigung der Entwicklung und frühem Damenausflug, sich dann zusammenreißen und mit einer taktischen Idee den Gegner auskontern. Doch diesmal ging es leider schief, denn 27. – Sfe3 war der falsche Springer, um die Partie zu retten. Damit der Laufer auf f7 beide Türme aufspießen kann, musste stattdessen der Springer von c4 aus dem Weg. Schade, aber vielleicht eine Warnung im rechten Moment, um in den Playoffs nach dem Bauerngewinn doch etwas vorsichtiger zu agieren.

Am dritten Brett spielte Erasto Greif eine schwungvolle Angriffspartie: während Weiß in einer Pirc Verteidigung auf dem Damenflügel auf Bauernjagd ging, brachte er seine Figuren zum Königsflügel, wo sie sich bald durch die weißen Verteidigungslinien kämpften. 19. – Sd4! war ein starker Zug, mit der Pointe, dass nach Lxg2 und Sf3 der weiße König ungeschützt ist. Auch wenn die Verwertung nicht ganz vor dem unbestechlichen Auge des Computers bestehen kann (22.- Sf4 erlaubt eine überraschende Verteidigungsressource mit 24. Kg3 bzw. 26. Dh6), am Ende war es ein Sieg der Fantasie über das Material. Schön gespielt!

Bei Johannes Kremer ging es wieder hin und her. Nach ruhigem Eröffnungsverlauf drängte er den weißfeldrigen Läufer seines Gegners mit h3 und g4 ab, um mit 10. Sxe5 einen Zentralbauern zu gewinnen. Doch auch hier wäre es besser gewesen, zuerst die Entwicklung zu beenden. Denn im Verbund mit dem Läufer auf c5 drohte 10.- Dd4 matt und Johannes blieb nichts, als den Springer aufzugeben. Doch in der Folge wurde Schwarz unvorsichtig und plötzlich ergab sich eine Angriffschance auf der h – Linie. Johannes brachte Turm und Dame in Stellung und Schwarz musste schon einen Turm geben, um den König zu retten. Doch der weiße Angriff blieb stark und bald folgte der zweite Turmgewinn und schließlich das Matt. Nach wackligem Anfang ein schöner Angriffssieg, der schlussendlich den Gruppensieg sicherte.

DSOL Woche 4 und 5: Playoff Chancen bleiben intakt

Mit zwei Siegen in zwei Wettkämpfen unterstreicht Fulda III seine Ambitionen auf die Playoffs. Fulda II muss zwar den ersten Rückschlag hinnehmen, bleibt aber weiter gut im Rennen. Fulda I feiert endlich den ersten Sieg.

von Martin Küpper

SC Fulda I vs. SV Berolina Mitte I: 1,5 – 2,5

Auch im vierten Kampf dieser Saison verhieß es nichts Gutes am ersten Brett spielen zu müssen:

Martin Weise erhielt in einer Vorstoßvariante der französischen Verteidigung mit Schwarz eine gute Stellung aus der Eröffnung. Im Mittelspiel hatte er einen Isolani auf d5 und das dafür typische aktive Figurenspiel. Doch im 21. Zug entschied er sich für ein temporäres Qualitätsopfer, dass es am Ende aber Weiß erlaubte, seine Figuren wieder zu aktivieren. Nebenbei ging auch noch ein Bauer verloren, so dass Martin schon mit dem Rücken zur Wand stand, als er im 31. Zug in eine Springergabel lief und aufgeben musste.

Am zweiten Brett zeigte sich Marius Fritz erneut gut vorbereitet. Gegen die Pirc – Verteidigung seines immerhin 150 DWZ schwereren Gegners gab er seine Dame für drei Figuren. Es gelang ihm, den schwarzen König im Zentrum zu halten und den schwarzen Schwerfiguren keinen Raum zu geben. Aber gerade als es so aussah, als könne er dem schwarzen König zu Leibe rücken konnte sich Schwarz mit einem Turmopfer ins Dauerschach retten.

Ebenfalls hoch komplex war die Partie von Matthias Berndt am dritten Brett. Mit seinem königsindischen Angriff hielten sich die weiße initiative am Königsflügel und das schwarze Gegenspiel am Damenflügel lange die Waage. Schließlich entstand ein Endspiel in dem er zwei Bauern für die Qualität hatte. Doch trotz aller Bemühungen reichte es nicht zu mehr als Remis.

Remis endete auch die Partie von Martin Küpper am vierten Brett. Denn obwohl erst ein Bauernpaar getauscht war, kam es bereits im 27sten Zug zu einer dreifachen Stellungswiederholung. Dafür sind auch die schwarzen Steine keine gute Ausrede.

Biebertaler SF vs. SC Fulda I: 2,5 – 1,5

Gegen die Schachfreunde aus Biebertal sollte endlich der erste Sieg gelingen. Um das zu erreichen, brachten wir ein frisches Gesicht ans erste Brett. Und Marius Fritz enttäuschte die Erwartungen nicht: erneut gut vorbereitet und wie immer kampfeslustig kam er mit Raumvorteil aus der Eröffnung, den er zum Durchbruch im Zentrum nutzen konnte. Als sein Gegner sich auf die Stellungsöffnung einließ, konnte Marius die geschwächte Grundreihe und die damit verbundenen Fesselungsmotive nutzen, um Material zu gewinnen. Schwarz verteidigte sich aber zäh und mit schwindender Zeit fiel es Marius immer schwerer den Gewinnweg zu finden. So willigte im 69. Zug schließlich trotz immer noch großen Vorteils ins Remis ein. Mit dieser Entscheidung brach er nicht nur den Fluch des ersten Brettes, sondern sicherte auch den Mannschaftssieg. Nur seine persönliche Serie von nun fünf Remisen in fünf Matchen muss für einen Kämpfer wie ihn frustrierend sein.

Am zweiten Brett spielte Matthias Berndt, der sich früh mit einem Qualitätsopfer konfrontiert sah. Das Opfer war zwar inkorrekt, aber Matthias spielte zu schnell und verlor eine Figur und kurz darauf noch einen Bauern. Er versuchte noch alles, doch am Ende waren die zwei Figuren einfach stärker als der Turm.

Martin Küpper am dritten Brett verwechselte in der Eröffnung zwar die Varianten, aber sein Gegner spielte glücklicherweise zu zögerlich, um das auszunutzen. Schwarz bekam dann doch schnell bequemes Spiel, ließ aber mehrere einfache Gewinne aus. So überlastet z.B. 20.- Df5 die weiße Stellung und 22.- Sxc4 23. Bxc4 Lxc3 gewinnt dank der Springergabel auf e2 einfach die Qualität. Gleiches gilt für 26.- Sxc4 27. Bxc4 Ld4. Zum Glück bot der Weiße im 36. Zug nochmal eine Fesselung an, die diesmal endlich angenommen wurde.

Noch wilder trieb es Konstantin Wolgin am vierten Brett: in einer messerscharfen Drachenvariante stand er mit Weiß schnell gut, verpasste dann aber die beste Fortsetzung (der Computer gibt 18. Se6! mit großem Vorteil an). Statt sich danach zu konsolidieren, opferte er weiter und stand im 21. Zug mit Minusqualität und vier gegen sechs Bauern klar schlechter. Doch Konstantin machte weiter Druck und opferte sogar noch seinen zweiten Turm. Als Schwarz daraufhin mit 26.- Kf6 den vermeintlich sicheren Weg ins Zentrum nahm, drohte er schon Dauerschach zu bekommen. Schwarz wendete dies ab, indem er seine Dame für den weißen Springer gab. Dafür hatte er zuvor zwar genügend Material eingesammelt, doch der König im Zentrum stand einfach zu unsicher, um mit knapper Bedenkzeit alle weißen Tricks zu kontern. Konstantin spielte diese Phase wieder sehr kreativ und konnte schließlich entscheidendes Material einsammeln. Eine Partie, in der beide Spieler großen Vorteil verspielten und in der sich am Ende der angriffslustigere der beiden durchsetzte.

SC Fulda II vs. SC Aurich 1,5 – 2,5

Am ersten Brett erwischte Uwe Haselbacher einen schwarzen Tag. Gegen ein weißes Doppelfianchetto musste er früh das Läuferpaar geben, um Bauernverlust zu vermeiden. Die schwarze Struktur war danach aber klar schlechter, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis Weiß Material gewinnen und in ein gewonnenes Endspiel abwickeln konnte. Insgesamte eine zu einseitige Partie.

Am zweiten Brett kam Andreas Hartmann mit Weiß ebenfalls schnell unter Druck. Die schwache Königsstellung führte dann fast folgerichtig zu einem Bauernverlust. Danach spielte sein Gegner jedoch recht zurückhaltend, hielt seinen Vorteil zwar fest, erzielte jedoch keine weiteren Fortschritte. Als er schließlich Remis anbot bedeutete das zwar für uns die Niederlage, doch ohne Chancen auf Gegenspiel hatte Andreas natürlich keine Wahl.

Soroush Wadiei probierte am dritten Brett wieder seine Spezialvariante mit frühem f3 gegen das Damengambit. Sein Gegner zeigte ihm jedoch schnell die Nachteile dieses Aufbaus auf und ergriff die Initiative im Zentrum. Mit dem König im Zentrum und schlechter Entwicklung wurde es schnell sehr unangenehm für Soroush. Doch Schwarz setzte nicht konsequent fort und als Soroush rochieren konnte, war die Stellung wieder ausgeglichen. Dies bleib so, bis Schwarz mit 26.- Te7 zweizügig einen Turm einstellte. Soroush ließ sich nicht lange bitten und schnappte zu. Ein etwas glücklicher Sieg, aber dank einer guten Verteidigungsleistung nicht unverdient.

Am vierten Brett kam Milos Maksimovic mit seinem schwarzfeldrigen Läufer früh auf Abwege. Spätestens im neunten Zug hätte er ihn gegen den weißen Springer auf c3 tauschen sollen. So war er nicht nur keine Hilfe bei der Fesselung des Sf6, sondern wurde sogar durch Bauern auf a3 und b4 abgeklemmt. Milos versuchte noch eine Figur für zwei Bauern zu opfern, doch so recht wollte sich das erhoffte Gegenspiel nicht einstellen. Im Gegenteil: Weiß verstärkte nach und nach den Druck gegen den König und führte die Partie sicher zum Sieg.

SF Achim vs. SC Fulda II: 0-4

Nach der ersten Niederlage zeigte sich die Mannschaft gut erholt. Mit einem Mannschaftsschnitt von 1764 waren die SF Achim auf dem Papier ein gleichwertiger Gegner und so waren spannende Partien garantiert. Das Ergebnis sieht glatter aus, als es auf den Brettern war.

Am ersten Brett stand Uwe Hasselbacher mit Weiß nach der Eröffnung etwas schlechter, überspielte seinen Gegner dann aber nach und nach. Spätestens als sein Springer auf d6 auftauchte war klar, dass er besser stand. Kurz darauf war es dann die offene e-Linie, die es Uwe ermöglichte, entscheidend in die schwarze Stellung einzubrechen.

Andreas Hartmann an Brett 2 wurde in seiner französischen Verteidigung mit der Vorstoßvariante konfrontiert. Ausgangs der Eröffnung kam sein Turm auf Abwege und musste sich schließlich gegen den schwarzfeldrigen Läufer opfern. Weiß stand im Anschluss klar besser, aber Andreas gelang es auf den schwarzen Feldern Gegenspiel zu organisieren. Im 36.Zug verrechnete sich Weiß dann wohl, denn als er die Qualität zurückgab, führte dies zu einem gewonnen Endspiel für Schwarz. Diese Chance ließ sich Andreas natürlich nicht entgehen und verwandelte sicher.

Felix Faßler gab am dritten Brett sein Debüt in der zweiten Mannschaft. Mit vier Siegen aus vier Partien in der Dritten im Kreuz, konnte er die die Partie selbstbewusst angehen und schnell einen wichtigen Bauern gewinnen. Danach schien die Konzentration aber nachzulassen, denn in der Folge ließ er zu, dass Weiß nach und nach die initiative übernahm. Spätestens im 21. Zug wurde der Druck zu stark und Weiß konnte den Bauern bei anhaltender Initiative zurückgewinnen. Im 26. Zug hätte er sogar die Dame gewinnen können, doch stattdessen verlor er eine Figur und bei Felix war wieder alles in Ordnung. Kurz danach gewann er sogar noch einen Springer und konnte die Partie gewinnen. Das war Glück.

Am vierten Brett bekam Milos Maksimovic seinen Grand Prix Angriff gegen Sizilianisch aufs Brett, bei dem Weiß das Zentrum geschlossen hält und mit seinem f – Bauern auf den schwarzen König zu stürmt. Aber auch positionell hat Weiß Trümpfe, wenn Schwarz zu passiv spielt. So kam es auch hier. Schwarz tauschte die Damen und die schwarzfeldrigen Läufer, um das Angriffspotential zu reduzieren. Danach war der weiße Springer auf e5 dem verbleibenden schwarzen Läufer auf b7 aber klar überlegen. Kein Grund diesen direkt einzustellen, aber auch sonst hätte Weiß großen Vorteil gehabt. Mit einer Mehrfigur war der Rest dann relativ einfach und Milos gewann am Ende sicher. Ein klarer Start – Ziel Sieg für Milos.

 TUS Varrell II vs. SC Fulda III: 1 – 3

Am ersten Brett setzte Felix Faßler seine Siegesserie fort. In einer Wiener Partie ließ Schwarz ihn widerstandslos das Zentrum besetzen, so dass er Raum- und Entwicklungsvorsprung erhielt. Im 17. Zug gewann er den Bauern auf d5, was ihm freie Hand gab, den schwarzen König ins Visier zu nehmen. Der Angriff erwies sich schnell als unwiderstehlich und trotz des Versuchs den König unter Figurenopfer zu evakuieren wurde Schwarz im 31. Zug mattgesetzt. Felix viertes Matt im vierten Match. Respekt!

Am zweiten Brett wurde Johannes Kremer mit dem Londoner System konfrontiert. Er wählte einen aktiven Aufbau, vernachlässigte aber die Entwicklung. Ein verfrühter Damenausflug erwies sich dann als Boomerang und im vierzehnten Zug blieb Johannes nur die traurige Wahl zwischen Matt oder Damenverlust.

Finn Meyer spielte am dritten Brett eine Ben-Oni Struktur mit vertauschten Farben, in der beide Seiten zunächst ihre Figuren entwickelten, bevor sie konkrete Kampfhandlungen beginnen wollten. Das man trotzdem immer auf der Hut vor taktischen Motiven sein muss vergaß sein Gegner darüber und als er mit 12. Sbd2 seine letzte Figur entwickelte nahm er sich gleichzeitig das letzte Rückzugsfeld für seinen Läufer auf g5. Finn dagegen war wach und sammelte die Figur mit 12. – f6 und 13. – g5 kurzerhand ein. Es dauerte zwar noch bis zum 55. Zug, doch sein Sieg war danach nie mehr in Gefahr. Eine saubere Leistung von Finn.

Am vierten Brett brachte Arthur Deperschmidt das Blackmar – Diemer Gambit aufs Brett. Wie erhofft bekam er eine schnelle Entwicklung für den Bauern und mit einem zweiten Bauernopfer verstärkte er seine Initiative noch. Verständlich, dass Schwarz mit 12.- e6 seine Entwicklung beschleunigen wollte. Doch das erwies sich schon als der entscheidende Fehler. Gut oder schlecht, der Damenflügel hätte abgesichert werden müssen, auch wenn Schwarz dann noch eine langwierige Verteidigung bevorgestanden hätte. So fiel das schwarze Kartenhaus nach einem Damenschach auf b5 in sich zusammen und Arthur sammelte zunächst die Bauern ein, um dann den nackten König mattzusetzen. Eine schöne Angriffsleistung von Artur.

SC Fulda III vs. SK Paderborn 3 – 1

Soroush Wadiei spielte diesmal wieder am ersten Brett und wählte den Triangel – Aufbau gegen 1.d4. Bald entstand eine komplizierte Stellung, in der beide Seiten ihre Trümpfe hatten. Leider übersah er aber eine Fesselung und verlor im 17. Zug einen wichtigen Bauern. Danach verteidigte er sich aber einfallsreich und zäh, so dass es seinem Gegner nie gelang, den entscheidenden Schlag zu setzen. Als Schwarz schließlich seinen König zum gegnerischen Freibauern bringen konnte war der weiße Vorteil fasst dahin. Letztendlich probierte es sein Gegner noch bis zum 58. Zug, bis er entnervt Remis anbot. Eine feine Verteidigungsleistung von Soroush nach dem kleinen Ausrutscher zu Beginn des Mittelspiels.

Am zweiten Brett wurde Felix Faßlers Siegesserie gestoppt, als er in einer Wiener Partie zu ungestüm angriff und im 23. Zug eine Figur einstellte. Doch Schwarz hatte dafür Dame und Springer weit vom König entfernt und Felix zeigte schnell, dass ihm das noch Angriffschancen bot. Als Schwarz auch noch den Bauern auf b2 fraß, stand er sogar kurzzeitig auf Gewinn. 27. f6! ist der Vorschlag des  Computers. Doch auch mit menschlichen Zügen kam Felix zum schwarzen König durch und sein Gegner musste einen Turm geben, um nicht mattgesetzt zu werden. Damit hatte Weiß in der Summe eine Qualität mehr und der schwarze König blieb schwach, so dass die Mehrbauern nicht sehr ins Gewicht fielen. Die Stellung blieb also kompliziert und bei knapper werdender Bedenkzeit entwischte Schwarz schließlich ins Dauerschach. Eine spannende Partie, die in der Analyse noch lange diskutiert wurde.

Eine schöne positionelle Partie spielte Erasto Greif am dritten Brett. Er baute sich mit einem soliden Doppelfianchetto auf und entwickelte starken Druck gegen das schwarze Zentrum. Der vergrößerte sich noch, als Schwarz dagegenzuhalten versuchte, bevor seine Entwicklung vollständig abgeschlossen war. Fast folgerichtig gewann Erasto Im 15. Zug einen Bauern bei anhaltendem Druck. Im zwanzigsten Zug folgte ein Läufer, im dreißigsten kam schließlich noch ein Turm dazu. Schwarz spielte noch bis zum Matt und ließ Erasto so seine feine Leistung krönen.

Johannes Kremer spielte diesmal am vierten Brett und wurde im Zweispringerspiel im Nachzug mit dem scharfen 4. Sg5 konfrontiert. Er zeigte sich aber unerschrocken und übernahm bald die Initiative. Wieder war es der Entwicklungsvorsprung, der den Vorteil brachte. Im 15. Zug eroberte Johannes dann den ersten Bauern, dem zwei Züge später schon der nächste folgte. Als er im zwanzigsten Zug auch noch einen Springer gewann, war die Partie entschieden. Weiß strampelte noch bis zum 37. Zug, aber dann hatte Johannes endlich seinen ersten Sieg auf dem Konto. Und wohlverdient, angesichts der überlegenen Partieführung!

DSOL Woche 3: zwei Siege und der Fluch des ersten Bretts

Mit einem glatten 4 – 0 über Erbendorf unterstreicht die zweite Mannschaft Ihre Playoff – Ambitionen. Auch die Dritte liegt nach einem weiteren Sieg gut im Rennen, während Fulda I die erste Niederlage quittieren musste.

von Martin Küpper

SC ML Kastellaun I vs. SC Fulda I: 3-1  

„Bitte nicht schon wieder ein Unentschieden“ war der Auftrag an den stellvertretenden Mannschaftsführer Martin Weise. Dass er das so wörtlich nahm, damit hatte keiner gerechnet. Doch der Reihe nach: als erster beendete Martin Kersting seine Partie, der sich an Brett 3 mit Schwarz in seiner königsindischen Verteidigung nicht wohl fühlte. In einem Moment, wo er sich zwischen verschiedenen Plänen entscheiden musste, kam das Remisangebot des Gegners taktisch genau im richtigen Moment. 

Einige Zeit später war es Marius Fritz, der an Brett 2 ebenfalls mit Schwarz in eine Zugwiederholung einwilligen musste. In einer Tarrasch – Verteidigung hatte er einen Bauern für aktives Spiel gegeben. In der nachträglichen Analyse gab es zwar den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag, aber am Brett gelang es nicht, mehr als ein dynamisches Gleichgewicht zu erreichen. Trotzdem: eine gut geführte Partie mit komplexen Stellungen gegen einen starken Gegner (DWZ 2112) – da ist Remis ein gutes Ergebnis.

Am vierten Brett gab Konstantin Wolgin seinen Einstand und musste gleich gegen die mehrfache Afrika Juniorenmeisterin und WIM Anika du Plessis ran. Was sie nach Kastellaun verschlagen hat, wissen wir nicht. Ich finde es aber großartig, wie Schach uns trotz Pandemie über Kontinente hinweg zusammenbringen kann. Konstantin spielte mit Weiß die Eröffnung stark und kenntnisreich, übersah aber dann einen taktischen Trick. Seine Gegnerin gewann einen Bauern und zusätzlich blieb er mit schlecht koordinierten Figuren zurück. Doch die Stellung blieb taktisch kompliziert und als Schwarz mit 21.-f5 ihre Königsstellung schwächte, um das Läuferpaar zur Geltung zu bringen, war Konstantin wieder im Rennen. Spätestens nach dem gierigen 23.- Lxe4 zeigt der Computer sogar großen Vorteil für Weiß an. Am Brett mit schwindender Bedenkzeit ist das aber natürlich nicht so einfach und am Ende war es dann auch die Zeitnot, die es unmöglich machte, alle taktischen Möglichkeiten zu berechnen. Eine spannende Partie, leider mit einem unglücklichen Ende.

Währenddessen hatte sich Martin Weise am ersten Brett aufgrund seines Raumvorteils einen soliden Vorteil erspielt. Die erste Chance diesen auszubauen ergab sich, als sein Gegner den Sd5 nach b6 zurückzog. Wenn der Computer es anzeigt, ist es nicht überraschend, dass es einen taktischen Schlag gab, als Schwarz die einzige Figur zurückzog die gut auf einem guten Feld steht. Am Brett die Abwicklung 23. Txd8 Txd8 24. Lxb7 Dxb7 25. Sc6 zu sehen, wonach man den Sf6 gewinnt und einen soliden Mehrbauern hat, ist sicher nicht selbstverständlich. Martin blieb im positionellen Modus und behielt auch so einen leichten Vorteil, bis sein Gegner ihn mit 27.-Sc3 zu taktischen Verwicklungen zwang. 28. Txc3 war dann auch die richtige Antwort und nach 28. Txc3 (besser war Dxe5) 29. Sc6! Hat sich der schwarze Turm plötzlich verirrt und der Springer auf f6 hängt. Leider ist es aber nach 29. -Tc5 (bxc6 oder Tb3 halten den weißen Vorteil in Grenzen) nicht der Springer, um den es geht, sondern Weiß kann mit 30. b6! wie aus dem Nichts die Dame gewinnen. Leider entging dieser Schlag Martins Aufmerksamkeit und nach zwei weiteren Zügen stellte er sogar den Läufer ein. Dieses Jahr scheint das erste Brett verflucht zu sein, war das doch schon die dritte Gewinnstellung, die nach gutem Spiel unglücklich verloren ging.

SC Fulda II vs. SC Erbendorf I:  4-0

Am ersten Brett wurde Uwe Hasselbacher mit der Jobava Variante des Londoner Systems konfrontiert. Sein Gegner wählte aber nicht den kritischen Aufbau mit f3 und g4 gegen Uwes Aufbau mit Lf5. Dadurch konnte Schwarz nicht nur schnell ausgleichen, sondern auch noch Druck gegen die gegnerischen Bauernschwächen aufbauen. Aufgrund des reduzierten Materials dauerte es zwar bis zum 44. Zug, doch eigentlich stand das Ergebnis nie in Frage. Zweiter Sieg im zweiten Einsatz für Uwe.

Andreas Hartmann spielte erneut am zweiten Brett. In einem abgelehnten Damengambit / Damenindisch Hybrid stellte Schwarz forsch den Springer nach e4. Doch nach einem Tritt mit dem f – Bauern stellte sich die schwarze Phalanx auf d5, e6 und f5 als anfällig heraus und spätestens nach 15. – dxc4 hatte Weiß klaren Vorteil. Wenige Züge später hatte Andreas die Bauern auf e6 und f5 gewonnen. Als schließlich die weißen Bauern auf d5 und e6 standen hatte sein Gegner genug. 1-0 in 34 Zügen.

Eine sehr ungewöhnliche Version des Königsgambits gab es bei Paul Kopco am dritten Brett. Erst im 15. Zug verschwand der erste Bauer vom Brett. Leider war es ein weißer Bauer und Paul bekam auch wenig Kompensation dafür. Immerhin blieb die Stellung kompliziert und Paul gelang es immer neue Probleme zu stellen. Im 32. Zug verlor sein Gegner dadurch kurz die Konzentration und musste eine Qualität geben, um wenigstens seinen Läufer zu retten. Das entstandene Endspiel war trotzdem glatt gewonnen und Paul ließ auch nichts mehr anbrennen. Ein etwas glücklicher Sieg, aber aufgrund der Hartnäckigkeit nicht unverdient.

Noch glücklicher war Soroush Wadiei am vierten Brett. Von der extrem ruhigen Eröffnungsbehandlung seines Gegners eingelullt übersah er eine Mattdrohung, bei der gleichzeitig sein Läufer angegriffen wurde. Und obwohl sich die Kiebitze mit Ideen überboten, wie er die leicht geschwächte Königsstellung seines Gegners ausnützen könnte, war es doch eine glatte Minusfigur. Erst als Weiß den Vorteil zu sehr verwaltete und alle Figuren auf dem Damenflügel parkte bekam Soroush wieder echte Gegenchancen. Dann ging es jedoch ganz schnell: sehr elegant, wie er die größere Mobilität seiner Figuren nutze, um sie zum Königsflügel zu überführen und entscheidende Drohungen aufzustellen. Matt im 31. Zug!

SC Fulda III vs. USG Chemnitz IV: 3 – 1

Nach den beiden Seeschlangen in den vorhergehenden Runden, schien Felix Faßler diesmal auf eine kurze Sitzung aus zu sein. Nach sieben Zügen hatte er bereits einen gesunden Mehrbauern, nach 9 Zügen auch noch die klar bessere Struktur. Der einzige Trumpf von Weiß war die halboffene c- Linie, die in Verbindung mit den weißen Feldern Chancen auf dem Damenflügel eröffnete. Aber natürlich nur, wenn Schwarz lang rochiert. Ein Gefallen, den Felix ihm aber auch gerne tat. Weiß spuckte noch fröhlich einen Bauern und eine Qualität und plötzlich musste sich der schwarze König ganz allein verteidigen. Mit 22.- Ka7 wäre das auch gelungen, 22.- g5 war aber definitiv zu viel des Guten. Matt geht immer noch vor Material und ein einsamer König steht gegen Dame, Turm und Springer auf verlorenem Posten, egal wieviel Bauern Schwarz mehr hat. All das kann sich aber schnell als graue Theorie herausstellen, wenn der Verteidiger kreativ ist und den Weg zum Sieg so schmal wie möglich macht. Und genau das tat Felix und als sein Gegner im 28. Zug kurz zögerte, war er wieder voll im Rennen. Nur zwei Züge später war er es sogar, der Matt setzte. Bumm! Am Ende ein verdienter Sieg, aber beim nächsten Mal bitte wieder den langsamen Weg zum Ziel nehmen. Und sei es nur, um die Nerven der Zuschauer zu schonen.

Am zweiten Brett gab Erasto Greif seinen Einstand mit einer sauberen positionellen Leistung. In einer etwas ungewöhnlichen katalanischen Struktur mit g6 und Se7 überließ Schwarz ihm das Zentrum, ohne dafür dynamische Gegenchancen zu erhalten. Mit diesen Freiheiten schnürte Erasto ihn sauber ein und als Schwarz mit 17.- b5 den Ausbruch wagte, war das eigentlich schon der Verlustzug. Mit ein paar präzisen Zügen sicherte Erasto sich entscheidenden Materialvorteil, den er sicher zum Sieg führte. Stark gespielt!

Auch Finn Meyer am dritten Brett konnte die weißen Steine dazu nutzen, Raumvorteil und das aktivere Figurenspiel zu erhalten. Schwarz versuchte mit taktischen Tricks dagegen zu halten, verrechnete sich aber, als er im 16. Zug einen Bauern auf c5 fraß. Sehr aufmerksam, wie Finn die Fesselung brach, auf der das schwarze Manöver beruhte und sich auch nicht von etwaigen Läuferabzügen irritieren ließ. Nach kleinen taktischen Scharmützeln verblieb er mit einer Mehrfigur und Initiative, die er mit einem Matt im 30. Zug krönte. Eine schöne Leistung, in der die größere taktische Aufmerksamkeit belohnt wurde.

Das gleiche hätte man von Lionel Lopez Busic am vierten Brett sagen können, wenn er 12.- Sd4 gefunden hätte. In einem Vierspringerspiel hätte er damit nämlich Material gewinnen können, statt den Springer auf c6 einzustellen. So blieb ihm aber nichts als die direkte Aufgabe. Kopf hoch, so trivial wie es in der Computeranalyse aussieht war das wirklich nicht.

DSOL: Pech und Können in der zweiten Runde

Zwei ungefährdete Siege für Fulda II und Fulda III sowie ein unglückliches Unentschieden waren die Ausbeute der zweiten Runde in der DSOL. Besonders bemerkenswert die faire Geste des Mannschaftsführers von Welzheim, der Andreas Hartmann nach technischen Problemen ermöglichte, die Partie zu Ende zu spielen.

von Martin Küpper

SC Fulda I vs. SV Erkenschwick I: 2-2

Am ersten Brett bekam Dr. Matthias Kierzek mit Shreyas Royal ein englisches Schachwunderkind vorgesetzt, dessen spannende Geschichte Ihr hier nachlesen könnt. Matthias war davon aber nicht beeindruckt und glich mit Schwarz bald aus (11. c5 ist zwar ein netter Trick, nach 11.- Lc7 ist der Bauer aber eine Schwäche). Danach ging es für Weiß eigentlich nur noch bergab und spätestens nach dem 20. Zug stand Matthias klar besser. In den nächsten 10 Zügen verdichtete er seinen Vorteil zu einer klaren Gewinnstellung, doch im 32. Zug schlug dann wieder der Maus – Slip – Teufel zu. Statt mit 32.- Df2+ alle Drohungen zu parieren und einfach zu gewinnen, blieb die Dame auf d2 hängen, was ein einzügiges Matt erlaubte. Sein junger Gegner ließ sich nicht zweimal bitten und so nahm eine hervorragend gespielte Partie für uns ein tragisches Ende.

Auch Martin Weise an Brett 2 ist kürzlich zu internationaler Bekanntheit gekommen, allerdings als Opfer eines Schwindels aus der letzten DSOL – Saison, der im New In Chess Magazin ausführlich besprochen wurde. Diesmal erarbeitete er sich schnell einen positionellen Vorteil, der seinen Gegner zunächst davon abhielt, die Entwicklung zu vervollständigen und stattdessen einen Damenausflug zu unternehmen. Dieser stellte sich bald als Reise ohne Wiederkehr heraus – ein schöner Sieg in nur 23 Zügen.

Am dritten Brett erhielt Marius Fritz ebenfalls mit Weiß schnell Vorteil in der Eröffnung, weil sein Gegner sich zu passiv aufbaute. Doch spätestens mit 18. Se2 kam er vom rechten Weg ab. In der nachträglichen Analyse kamen wir zu dem Schluss, dass die Idee auf den weißen Feldern zu spielen richtig war, dass dafür aber der Läufer g2 die deutlich bessere Wahl gewesen wäre. So begann sich die Stellung langsam zu drehen und in der Schlussstellung war es eher Schwarz der besser steht. Kein Wunder, dass Marius das Remisangebot seines Gegners Marius gern annahm.

Am vierten Brett hatte Martin Küpper Schwarz, kam aber ebenfalls mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung. Doch der Versuch seinen Entwicklungsvorsprung für den Königsangriff zu nutzen ging nach hinten los und zwischenzeitlich stand Weiß klar besser. Glücklicherweise wählte er aber den falschen Weg, um seinen Vorteil auszubauen, ließ zu viel Gegenspiel zu und musste sich schließlich mit Dauerschach zufriedengeben. Eine weitere Partie in der mehr drin gewesen wäre, bei der wir uns aber am Ende noch glücklich schätzen durften. Insgesamt also ein Spiegelbild des gesamten Kampfes.

TSF Welzheim vs. SC Fulda II: 3-1

Am ersten Brett spielte diesmal Uwe Hasselbacher. In einer englischen Eröffnung lief bis zum 11. Zug alles normal. Weiß expandierte am Damenflügel, Schwarz konzentrierte seine Figuren auf dem Königsflügel. Doch beim Versuch zu rochieren unterlief Uwes Gegner dann jedoch ein Maus – Slip und der König blieb auf f8 hängen. Mit kräftigem Spiel gelang es Uwe den resultierenden Zeitverlust auszunutzen und als es Schwarz endlich gelungen war seinen Turm ins Spiel zu bringen, hatte Uwe bereits entscheidenden Vorteil, den er sicher zum Sieg führte.

Andreas Hartmann an Brett 2 erreichte mit der Rubinstein Variante der französischen Verteidigung zunächst ein Endspiel, in dem er aufgrund seiner Bauerninseln die etwas schlechtere Struktur hatte. Als Weiß jedoch die h-Bauern tauschte übernahm er die Initiative. Dann traten allerdings technische Probleme auf, die auf dem Server zur Zeitüberschreitung führten. Der gegnerische Mannschaftsführer zeigte sich aber fair und startete die Partie in der Endstellung erneut als die Probleme behoben waren. Dadurch stimmt das Ergebnis in der Datenbank nicht und es fehlen ein paar Züge, denn letztlich endete die Partie nach langem Kampf in einem verdienten Unentschieden. Nochmal großen Dank an die Welzheimer, das war wirklich eine faire Geste!

Am dritten Brett gab Paul Kopco seinen Einstand mit einer wilden Partie. Sein Gegner eröffnete mit der seltenen Alapin Eröffnung (1.e4 e5 2.Se2) und erhielt bald Raumvorteil. Doch Paul behielt die Nerven und als Weiß im 15.Zug ein spekulatives Springeropfer spielte, griff er beherzt zu und wehrte alle Drohungen ab. Wenige Züge später hatte er den Spieß umgedreht und führte die Partie sicher zum Sieg. Auch wenn er da schon deutlichen Materialvorteil hatte: seine Mattführung am Ende ist sehenswert.

Am vierten Brett war wieder Milos Maksimovic im Einsatz. In einem Läuferspiel erlangte er zunächst leichten Vorteil, verpasste dann aber die Gelegenheit, Schwarz eine Schwäche auf f6 zu verpassen. Danach gelang es einem Gegner gefährlichen Druck am Königsflügel aufzubauen, den Milos aber neutralisieren konnte. Schwarz konnte zwar schließlich in einem Endspiel Dame + Springer in die weiße Stellung eindringen, doch mit einer Mattdrohung zwang Milos ihn schließlich Dauerschach zu geben. Insgesamt ein gerechtes Unentschieden.

SW Eichstättern II – SC Fulda III: 0,5 – 3,5

Soroush Wadiei zeigte sich am ersten Brett seinem Gegner in allen Belangen überlegen. Bereits bei seinem Einsatz für die zweite Mannschaft hatte er ja gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Fünf Ligen tiefer war es auch am ersten Brett ein Spiel auf ein Tor, bei dem der Ausgang niemals ernsthaft in Frage stand.

Am zweiten Brett spielte erneut Felix Fassler. Auch diesmal gab es wieder eine schwerblütige Partie, in der er mit dem Springerpaar dem Läuferpaar seines Gegners auf der Nase herumtanzte. Dieser hielt die Stellung geschlossen, was Felix natürlich entgegenkam. Denn so konnte er sich in aller Ruhe den Schwächen am Damenflügel widmen. Am Ende gab es dann sogar noch eine Königsjagd, bei der Felix schließlich im 55. Zug den weißen König erlegte.

Am dritten Brett musste sich Arthur Deperschmidt bei seinem Debut gegen das Königsgambit verteidigen, zeigte sich aber absolut auf der Höhe und verteidigte sich mit der von Bobby Fischer als Widerlegung geadelten Variante mit 3. – d6 und 4.-g5, nahm den angebotenen Springer und zeigte sich deutlich theoriesicherer als sein Gegner. Nach ein paar Verwicklungen hatte er ausgangs der Eröffnung schließlich einen Springer und die Initiative für zwei Bauern. Ein Vorteil, den er sicher verwertete.

Der einzige Unfall passierte am vierten Brett, wo Lionel Lopez Busic ein wenig unvorsichtig mit seiner Königsstellung umging und einen Springer einbüßte. Dafür hatte sich aber der schwarze Turm verlaufen, der nach dem Damentausch nie wieder ins Spiel zurückfand. In der Schlussstellung ist es sogar Weiß der trotz Minusfigur auf Gewinn steht. Denn die schwarzen Figuren können sich nicht rühren und die weißen Türme können ungehindert dem König zu Leibe rücken. Trotzdem verständlich, dass Lionel die angebotene Zugwiederholung nahm, insbesondere da dies in dem Moment den Mannschaftssieg sicherstellte.